Foto: Félix Vázquez
Eduardo Guerrero
Der junge Bailaor aus der Hafenstadt Cádiz straft alle jene Flamenco-Legenden Lügen, die besagen, dass man den Flamenco im Blut haben muss, oder noch besser in den Genen. In seiner Familie gibt es weit und breit kein einschlägiges Erbe. In seiner Familie interessiert man sich für Sport. Sein Bruder spielt in einem bekannten Fußballclub, und er selbst kam nur durch Zufall zum Tanz.
In den letzten Jahren tanzte er in der Kompanie von Rocío Molina und erhielt zahlreiche Auszeichnungen wie den «Desplante» beim Festival in La Unión.
Als Model eröffnete er die Fashion Week in Madrid, sobald er erscheint, werden die Fotoapparate gezückt. Er ist ein Paradiesvogel mit schillerndem Gefieder – extravagant, aber nicht exzentrisch. Seine Stücke haben einen bestechenden Rhythmus, als Tänzer pendelt er zwischen Orkan und Stille und versteht es, die Spannung zu halten. Mit seinem Solo «Guerrero» begeistert er auf den Bühnen der Welt, bei seinen Auftritten versetzt er das Publikum in Euphorie und wird dafür mit nicht enden wollenden Ovationen überschüttet. Beim diesjährigen «Festival de Jerez» wurde er mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.
Eduardo Guerrero ist ein moderner Tänzer, der jedoch nicht den Verlockungen der Avantgarde verfällt. Er setzt die Traditionen fort, ohne in ihnen zu erstarren, er benützt und verwandelt sie in zeitgenössische Tanzkunstwerke. Seine schwindelerregenden und komplexen Drehungen, seine punktgenauen Zapateados und seine raumgreifenden Choreografien sind von großer Schönheit, ohne kitschig zu sein. Vor allem aber ist er selbst: ein großartiger Tänzer.
Tanz Jahrbuch 2017
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 176
von Susanne Zellinger
Schon früh in seiner Karriere hat der folkloristisch wie klassisch versierte Tänzer und stilsichere Choreograf Emilio Ochando den Entschluss gefasst, sich anstatt auf den populären Flamenco auf die weniger bekannten Tanz-Genres seiner Heimat zu konzentrieren: auf die Escuela Bolera und den klassischen spanischen Tanz. Folglich ist seine persönliche Handschrift, sind seine Choreografien...
Panaibra Gabriel Canda arbeitet seit 1993 als Tänzer und Choreograf in Maputo/Mosambik und im Rest der Welt. Bei seinen zahlreichen Festivalauftritten in Europa wird man jedes Mal daran erinnert, dass intellektuell grundierter Tanz nicht zwangsläufig langweilig sein muss, sondern ganz lebensprall und humorvoll daherkommen kann. Panaibras berühmte «Marrabenta Solos» sind ein wirksames...
Wir kennen die 67er-, 68er-Bewegung, wir kennen die Entwicklung zur RAF. Ich war sozialistisch-kommunistisch in Österreich erzogen worden, war in Köln in der marxistischen Bewegung, habe Ernst Bloch kennengelernt. Und ich habe, als Tänzer, mit George Balanchine, mit John Cranko, mit Maurice Béjart, mit Agnes de Mille, diesen großen Choreografen gearbeitet. Ich hatte da nur ein paar Fragen...
