dvd: roland petit

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Die Cocteau-Freunde reklamieren das Ballett für ihren Schützling, die Tanzwelt schreibt es Roland Petit zu, der damit seinen Durchbruch feierte. «Le jeune homme et la mort», 1946 uraufgeführt, verbindet Pariser Mansardenflair mit dem aufkommenden ­Exis­tenzialismus und latenter sadomasochistischer Erotik. Der Schriftsteller, Regisseur und Maler Jean Cocteau erfand die Geschichte vom armen Künstler, der auf eine Frau wartet, die ihn nicht liebt, sondern erniedrigt, woraufhin er sich erhängt.

Cocteau ­erfand auch viele Schritte für den jungen Mann, der zur Paraderolle von ­Jean Babilée wurde. Ihm folgten Rudolf Nurejew, Mikhail Baryshnikov, ­Patrick Dupond und jetzt Nicolas Le Riche, der ihn mit zerquälter Sehnsucht tanzt und die athletischen Parts wie nebenbei absolviert. Marie-Agnès Gillot gibt den eiskalten Todesengel.

Mörderisch geht es auch im zweiten Ballett dieser DVD zu, in der Don José seine mit dem geckenhaften Torero flirtende Geliebte ersticht. Petit war 25 Jahre alt, als er 1949 in London seine «Carmen» herausbrachte. Französisches frou-frou, Lampions und spanischer Hackenschlag setzen Akzente in der dunkel grundierten Inszenierung, die von Denis Caïozzi klug mit der ...

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Tanz Januar 2011
Rubrik: medien, Seite 54
von Katja Schneider

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