dvd: die flamme von paris

Tanz - Logo

Ein Finale comme il faut. «Ça ira» heißt es am Schluss. Das Corps de ballet baut sich an der Rampe auf, als wolle es mit dem Publikum kurzen Prozess machen: eine spektakuläre Szene aus dem Ballett «Die Flamme von Paris» von Wassili Wainonen, auf die auch Alexei Ratmansky nicht verzichtet. Bemüht, die Eigenart des ­Mos­kauer Bolschoi-Balletts  für die Zukunft zu erhalten, hat ihr zeitweiliger Direktor gar nicht erst die museale Rekonstruktion versucht.

Seine Fassung fußt zwar auf der seines Vorgängers, setzt dem revolutionären Massengebaren aber eine menschliche Tragödie entgegen. Die Revolution frisst ihre Kinder. Die «Flamme von Paris», die nach ihrer Fernsehausstrahlung im März 2010 nun als DVD erhältlich ist, hat er neu inszeniert. Eine Figur wie Adeline gibt es im Original so nicht. Als Tochter des überheblichen Marquis Costa de Beauregard fällt sie als Erste dem Mob zum Opfer. Dabei schloss sie sich den revolutionären Garden an, wenn auch aus lauter Liebe. Neu gewichtet ist die Rolle der Mireille de Poitiers. Hier wechselt die Hoftänzerin aus ­­Exis­tenz­angst die Seiten. Opportunis­tisch.

Wie bei Wainonen stehen im Mittelpunkt des zweiaktigen Balletts aber Jeanne und Philippe, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Februar 2011
Rubrik: medien, Seite 56
von Hartmut Regitz

Weitere Beiträge
die lehrerin: laura virgillito

Bitte kurz etwas zu Ihrem beruflichen Werdegang.
Ich lernte Ballett und Modern Dance und studierte an der Schule von Martha Graham in New ­York. Die Technik passte gut zu mir, bei der richtigen Lehrerin verstehst du, dass es nicht um hart oder krampfig geht. Nach der Arbeit mit diversen Choreografen ging ich zurück nach Triest, fing an zu unterrichten und suchte...

ideale passform

Das New York City Ballet lebt von George Balanchines reichem Erbe, die Kopenhagener Kompanie vom Bournonville-Repertoire, das Hamburg Ballett von John Neumeiers Werken. Der Ruhm des Stuttgarter Balletts beruht im Grunde auf drei Stücken, auf John Crankos Abendfüllern «Romeo und Julia», «Der Wider­spenstigen Zähmung» und «Onegin», von denen letzterer in den...

dortmund: theater der klänge «suite intermédiale»

Das Theater der Klänge macht seinem Namen wieder alle Ehre, nachdem zwei kleinere auf Schauspiel und Text fokussierte Produktionen etwas bieder daherkamen. Das Düsseldorfer Ensemble, das sich 1987 gründete aus Musikern, Tänzern, Schauspielern und sich oft auch auf die Bauhaus-Bühnenkunst bezog, entwickelte 2005 die «HOEReografien». Sie bieten ein Szenario, das Tanz...