Foto: Arash Nejad
Düsseldorf: «Jerada»
Auf den ersten Blick sieht es nach Klischee aus: Eine Choreografin aus dem arabischen Raum schickt die hoch trainierten Tänzerinnen und Tänzer einer zeitgenössischen Kompanie aus Norwegen in eine Drehmeditation. Die am Rand der Sahara geborene Choreografin Bouchra Ouizguen lebt mittlerweile in Marrakesch. Sie ist Autodidaktin und experimentiert in ihrer marokkanischen Heimat mit traditionellen und rituellen Tanzformen.
«Corbeaux», ein Stück mit Berber-Frauen, erregte in Europa große Aufmerksamkeit und ebnete Ouizguen den Weg zu internationalen Kollaborationen wie nun mit Carte Blanche aus Bergen.
Der derzeitige Kompanieleiter Hooman Sharifi ist vor 30 Jahren aus dem Iran nach Norwegen emigriert, Sensibilität im Umgang mit kulturellen Verstrickungen liegt also auf der Hand. Das passt auch ins Konzept des «Nordwind Festival», das Carte Blanche auf Kampnagel in Hamburg präsentierte. Zudem schlug «Jerada» einen Bogen von Skandinavien nach Afrika, wie er den Festivalmachern vorschwebte.
Jerada bezeichnet eine marokkanische Provinz. In Zusammenarbeit mit lokalen Musikern und unter dem Eindruck der Lebensumstände vor Ort fand die Kompanie in den Rhythmus der nordwestafrikanischen ...
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Tanz Februar 2018
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 38
von Irmela Kästner
Ludwig XIV. (1638 – 1715) genießt den Ruf, als «Sonnenkönig» ein Freund der Künste gewesen zu sein. Wenn einer dem Tanz so huldigt wie der Superstar der Bourbonen, dann kann er kein schlechter Mensch gewesen sein. Meinen die Franzosen bis heute. Robyn Orlin mahnt sie, nicht zu vergessen, dass gerade dieser Louis, dem wir die Kodifizierung der Ballettkunst...
Sie sind derzeit Trainingsleiter von Dance On, ein Ensemble, das aus Tänzern 40+ besteht und im Berliner Hebbel am Ufer, kurz HAU, das Festival «Out of Now» veranstaltet. Die Kompanie hat sich auf die Fahnen geschrieben, «sichtbar zu machen, was die Tanzkunst durch erfahrene Tänzer gewinnt». Wo haben Sie selbst Ihre Erfahrungen als Tänzer und als Lehrer gesammelt?
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Dies ist ein sinnliches Skandalstück für sechs Damen, die statt Kleidern einfach nur Tattoo tragen und noch etwas weiter gehen, als es William Forsythe 1983 tat. Damals hat der Choreograf in «France/Dance» George Balanchines «Apollon musagète» zerlegt, jenen berühmten Halbstünder, der 1928 für die Ballets russes entstand und als Geburtsstunde der Neoklassik gilt....
