Die Tanzarbeiter
Auch die Welt der Kunst hat lernen müssen, mit dem Druck ökonomischer Effizienz und den Kriterien der Profiterwirtschaftung zurechtzukommen. Der Künstler ist risikobereit wie ein Unternehmer oder Freiberufler. Eigentum, Profit und Entlohnung basieren auf der Eigeninitiative, mit der der Künstler als eigenständiger Schöpfer auftritt.
Zugleich rückt die ausgeprägte Flexibilität kurzer Arbeitsverträge und des Freelancing in dem Maß in den Mittelpunkt, wie es sich, was in der Kunst häufig zu beobachten ist, um kurzzeitige berufliche Einbindungen in Arbeitsteams handelt, die zum Zweck eines temporären Kulturprojekts gebildet und dann wieder aufgelöst werden.
Es gibt die Ideale von Einsatz, Eigenverantwortlichkeit, persönlicher Motivation, Anpassungsfähigkeit und Risikobereitschaft, die verbunden sind mit einer Evaluierung durch Außenstehende, also einem reputationsbasierten Karrieremanagement. Trotz allem wird Kunst nicht als eine Arbeit im eigentlichen Sinn verstanden. Steht das künstlerische Schaffen nicht eher für eine Welt der Freiheit, der Autonomie, der Transgression von Regeln? Nie wird man ganz den Verdacht los, dass die Kunst eher eine Art Spiel und weniger eine Arbeit ist.
In ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Meaning “of the heart“ in Arabic, “Amu” brings together 50 musicians, 7 singers, 10 dancers, a heart specialist and two very different responses to the theme – Wayne McGregor’s abstract choreography and Sir John Tavener’s dramatic classical music composition based on an Arabic love poem. The bold concept aimed to address the complex multi-functionality and...
Auf den ersten Blick könnte man meinen, dies sei ein Beweis für die mühelose Erhöhung des Renteneintrittsalters. Einer der Tänzer, Horst Dittmann sagt ja auch: «Ich musste neu beginnen, das habe ich getan.» Aber: «Bei einer gefälligen Inszenierung, die uns bloß noch mal im Rampenlicht glänzen lassen will, hätte ich niemals mitgemacht.» Mit seinen 63 Jahren ist er...
Sie waren zwei: Giselle und Nora Vesco, zwei höchst gegensätzliche Tanzschwestern unter Tatjana Gsovsky an der Staatsoper. Giselle wuchs sehr erfolgreich in die «Lindenstraße» des Fernsehens hinüber; Nora, die Schwester, ist nun im Alter von 75 Jahren gestorben. Sie war eine durch und durch ätherische Ballerina, empfindsam, stilsicher, immer ein bisschen kühl, aber...
