Die Lehrerin: Ronja Häring
Sie stammen aus Kempten, haben dort als Nachwuchstalent in der Juniorkompanie des KaRi-Tanzhauses trainiert und nach dem Abitur an der Berliner Tanzakademie «balance 1» Bühnentanz studiert. Später ging‘s für einen Tanz-Master nach Spanien. Sie leben in Berlin, sind aber dem Allgäu treu geblieben – als Ausbilderin und Tänzerin für zeitgenössischen Tanz, etwa im Rahmen des «Kemptener Tanzherbstes». Warum ist es wichtig, dass zeitgenössischer Tanz sich auch regional etabliert?
Weil zum Beispiel Kempten ein Stadttheater hat, aber keine Tanzsparte mehr.
Zeitgenössischer Tanz ist vielen Menschen hier immer noch kein Begriff. Insofern ist der «Kemptener Tanzherbst» am hiesigen Theater mit seinen internationalen Aufführungen und Workshops ein wichtiger Zugewinn.
Sie geben dort auch zwei Workshops in zeitgenössischem Tanz. Was erwartet die Teilnehmer?
Am Anfang steht immer eine Auflockerung des Körpers. Dazu biete ich Improvisation an. Dann kommen technische Übungen im Freien, ein Mix aus klassischer Technik und Release. Die klassische Technik erdet den Körper über die Füße und richtet ihn gleichzeitig nach oben aus. In dieser Haltung nimmt man sich bewusster wahr. Es folgen Diagonalen ...
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Tanz Oktober 2019
Rubrik: Praxis, Seite 74
von Interview: Christine Matschke
Ihre Autobiografie erschien posthum. Schonungslos beschrieb sie darin die Folgen eines traumatischen Ereignisses: «Auch wenn man zu leben scheint, so gibt es doch eine Trauer, die tötet. Man kann seinen Körper zwar noch … über die Erde schleppen, aber die Lebensgeister sind erloschen – für immer.» 1913 ertranken Isadora Duncans Kinder in der Seine. Jahre später...
«He did what he did. I did what I did. I am such an idiot! I picked a fight. For no reason. For nothing», hallt es durch den Festsaal der Berliner Sophiensæle. «Liebestod» heißt das neueste, hier vergleichsweise klassisch einquartierte Stück von Kattrin Deufert und Thomas Plischke, kurz deufert&plischke. Für seine partizipativen, mehrere Tageszeiten und ganze...
Michael Stolhofer, schlohweiße Haare, die sich ein Leben lang gegen die Ordnung der Friseure aufgelehnt haben, ist ein Mann des entspannten Dialekts. Den Salzburger Zungenschlag pflegt er in einer immer etwas empört klingenden Mundart. Dabei wirkt er sehr charmant. Nie lässt er die Spur eines Ressentiments anklingen. Wenn er erzählt, von Salzburg und seiner...
