Die Lehrerin: Germaine Acogny

Tanz - Logo

In welchem Zusammenhang steht die Natur im Umfeld der École des sables, die im Süden von Dakar gleich neben den Ausläufern der Savanne liegt, mit Ihrer Lehrmethode?
Als wir die Schule eröffneten, lag sie noch mitten in der senegalesischen Wildnis. Inzwischen werden wir langsam von der Zersiedelung der Landschaft eingeholt. Deshalb haben wir und Freunde aus Europa Land aufgekauft, um weiter auch in der Natur tanzen zu können.

Alle Grundfiguren meiner Technik, die stark mit der Wirbelsäule arbeitet, tragen Namen aus der Natur: die Seerose, der Frosch, der Baobab … Wir gehen auch mal Tiere beobachten und kreieren dann, von deren Bewegungen ausgehend, Tänze. Genauso spielen Alltagsbewegungen, wie sie bei der Ernte oder der Arbeit mit dem Mörser anfallen, eine Rolle. Dafür ist es wichtig, dass wir im Kontakt mit dem Fischerdorf Toubab Dialaw stehen.

Die Wirbelsäule spielt in Ihrer Technik eine besondere Rolle?
Alles geht von der Wirbelsäule aus. Sie beeinflusst die Arme und Beine, die Gestik und den Fluss der Bewegungsabläufe. Sie ist der Lebensbaum. Meine Grammatik der Wirbelsäule fußt auf Kontraktion, Tremor und Ondulation. Wir trainieren alle umliegenden Muskeln und benutzen sie ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Mai 2013
Rubrik: praxis, Seite 74
von Thomas Hahn

Weitere Beiträge
cinderella

Uralter Hut, diese Geschichte: Halbwaise fällt der Wiederheirat des Vaters zum Opfer, fristet als Küchenkraft ihr Dasein und sehnt sich nach prinzlicher Erlösung. In jeder Märchen-Fibel ist das «Aschenputtel» vertreten, und ob dabei die handfeste Fassung der Gebrüder Grimm oder Charles Perraults eleganter schraffierte Version zum Zuge kommt, ist am Ende egal: Die...

bremerhaven S. Vanaev: «L'Arlésienne», «Der wunderbare Mandarin»

Ist «Sacre» wirklich das Skandalballett des letzten Jahrhunderts? Béla Bartóks «Der wunderbare Mandarin» von 1924 war da doch deutlich sicherer im Milieu als Strawinsky. Böse Buben rauben mit Hilfe einer Nutte geile Freier aus – bis ein gewisser Mandarin auftaucht, der das Mädchen auch dann noch begehrt, als die Banditen ihn erstochen haben. Seine ewige...

malmö: Cullberg Ballet: «The Strindberg Project»

Das Problem mit Choreografen, die bei Könnern in die Lehre gehen, ist die Emanzipationsphase: Bleiben sie in den Fängen des Meisters hängen, oder gelingt ihnen die Abnabelung? Tilman O’Donnells Strindberg-Kokolores «August did not have what is commonly considered good taste as far as furniture is concerned» ist leider nur ein Forsythe-Abklatsch: Sieben Kommunarden...