Die Hoffnungsträger
John Neumeier hatte einst eine, die ihm bei seinen Handlungsentwürfen, etwa für «Illusionen – wie Schwanensee», sehr geholfen hat. Das Bayerische Staatsballett konnte bis eben sogar von einem Duo (w/m) profitieren, das das Profil der Tanztruppe entscheidend geprägt hat. Martin Schläpfer weiß, dass er sich selbst bei den abstraktesten Bewegungsspielereien mit seinem Ballett am Rhein auf die geistige Bodenhaftung dieser Mitstreiterin verlassen kann.
Von der Ballettdramaturgin weiß man viel weniger als von ihren Schauspiel- und Musiktheater-Kollegen.
Sicher, sie kompiliert oder schreibt das Programmheft, macht die Einführungen, ist bisweilen auch die Stimme ihres Herrn. Oder auch – sein Hirn. Im Tanz, der wortlosen Kunst, ist ihre Rolle umso essenzieller, als manches dann eben doch in Worte gefasst werden muss.
Ihre Bedeutung merkt man oft erst, wenn sie nicht (mehr) da ist. John Neumeiers «Duse»-Ballett wäre mit Angela Daubers dramaturgischer Beratung wohl besser gelungen. Beim Berliner Staatsballett gibt es zwar nette Programmhefte von Annegret Gertz, aber der Spielplan wird ohne dramaturgische Beihilfe von der Direktion in den Sand gesetzt. Dafür bewirkt in Düsseldorf/Duisburg Anne ...
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Tanz Jahrbuch 2016
Rubrik: Die Saison 2015/16, Seite 160
von Manuel Brug
«Good job!», lobte ihn William Forsythe für seine Improvisation in «Approximate Sonata». Das war 1997, Eric Gauthier war erst ein Jahr beim Stuttgarter Ballett und schon ein Publikumsliebling. Knapp zwanzig Jahre später ist dem charismatischen Kanadier in Stuttgart eine Art zweites Ballettwunder geglückt: Er hat für sich und das 2007 von ihm gegründete Ensemble...
Konsterniert debattiert man in Südkorea darüber, warum das Land so viele exzellente Tänzer hervorbringt, aber keine Nachwuchschoreografen von internationalem Format. Jaehoon Choi hat die Antwort und vielleicht sogar ein Mittel der Besserung: das Seoul Dance Center. «Viele junge Choreografen wollen Stücke kreieren, aber die Universitätsprofessoren kontrollieren die...
Holger Bergmann steht an einem Zaun. Der umfriedet ein Stück Nichts: platten Boden, feines Geröll. «Schreiben Sie das nicht», sagt der Leiter des Festivals «Favoriten» dem Häuflein Journalisten, das ihn umringt. Denn das Festival soll im Herbst 2016 an genau dieser Stelle in Dortmund steigen und ringsum im Unionsviertel – «wir werden hier ein Loch reinschneiden.»
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