Die Farbe rosa

und warum Mädchen in einem bestimmten Alter darauf so abfahren

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Sie haben eine fünfjährige Tochter mit Ballettambitionen, die mit rosa Prinzesschen aber nichts am Hut hat? Gratulieren Sie dem Kind zu seinem guten Geschmack – und ansonsten: Vergessen Sie’s einfach. Neun von zehn Schulen werden Ihre diesbezügliche Anfrage höflich, aber bestimmt bescheiden: «Ja, selbstverständlich tragen unsere Babyballerinen Rosa, was denn sonst? Und ein passendes Röckchen bringen Sie bitte auch!» Die eine, die übrig bleibt, lässt vielleicht weiße Schwänchen zu – «aber die Strumpfhosen, die müssen rosa sein, da gibt es eh nix anderes.» Wohl wahr.

Wer die einschlägigen Kleidergeschäfte sichtet, kriegt sowieso einen Rosa-Schock und erleidet am Ballettständer den endgültigen Augen-Infarkt: Trikots, Schuhe, Jacken, Röckchen, Stulpen – ein einziger Miss-Piggy-Wahnsinn.

Nicht umsonst hat Rudolf Nurejev 1978 ausgerechnet mit der beleibten TV-Schweinediva eine knallige Parodie auf den Rosa-Fummel-Fimmel seiner Kunst und dessen Nebenwirkungen geliefert. Denn Rosa ist nicht nur eine unmögliche Farbe, es macht vor allem unmöglich fett. Schwarz streckt die Linie, Weiß hat wenigstens eine unschuldige Note, aber in Rosa sehen noch nicht einmal Fünfjährige vorteilhaft aus – ...

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Tanz Jahrbuch 2009
Rubrik: Schwerpunkt, Seite 76
von Dorion Weickmann

Vergriffen
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