Diana Vishneva

Diana Vishneva ist ein Star, der nicht nur in den Weißen Nächten strahlt: Die Primaballerina aus St. Petersburg ist auf allen Bühnen des In- und Auslands zu Haus. Das Staatsballett Berlin zählt sie mehr oder weniger fest zum Ensemble. Das American Ballet Theatre hat Diana Vishneva unter Vertrag. Ab nächster Spielzeit ist sie auch ständiger Gast am Moskauer Bolshoi. Stefan Scholl hat sich mit der Weltreisenden in Sachen Tanz unterhalten

Tanz - Logo

Erinnern Sie sich daran, wann Sie zum ers­ten Mal vom Ballett träumten? Eigentlich war es der Traum meiner Mutter, ihr Kindheitstraum, aber ihre Eltern haben es ihr nie erlaubt. Und meine große Schwester wollte sehr gern zum Ballett, aber sie konnte nicht, sie hatte Probleme mit den Augen. Als kleines Mädchen hatte ich großen Spaß am Eiskunstlauf, ich war ein sehr bewegliches, sportliches, emotionales Kind. Meine Mutter schickte mich zum Ballett, na gut, habe ich gedacht. Und ich fing an zu tanzen, mit sechs Jahren, im Palast der Pioniere.

Eine frühere Ballerina gab dort halbprofessionellen Unterricht, und es gefiel mir.

Sie sind in St. Petersburg aufgewachsen. Wie sah Ihr Elternhaus aus? Damals hieß Petersburg noch Leningrad. Wir wohnten in einem sehr sowjetischen Plattenbauhochhaus, sehr weit drau­ßen. Meine Eltern hatten früh geheiratet. Noch als Studenten. Sie gehörten zur sowjetischen technischen Intelligenz, mein Vater war Forscher, meine Mutter Chemieingenieurin und Rechnungsprüferin, beide arbeiteten in einem «geschlossenen Betrieb», also in der Rüstungsindustrie. Das heißt, sie arbeiteten sehr viel, hatten nur wenig Zeit für meine Schwester und mich.

Es heißt, als Sie sich ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juni 2006
Rubrik: St. Petersburg, Seite 16
von Stefan Scholl

Vergriffen
Weitere Beiträge
Das Kind ist lieb

Die Kombination eines Tanzstücks und einer Oper, die sich Daniel Goldin zum zehnjährigen Bestehen seines Tanztheaters für seinen Ravel-Abend vorgenommen hat, ist immer heikel – besonders dann, wenn der Choreograf auch die Inszenierung der Oper übernommen hat und versucht, das, was Musik und Gesang erzählen, mit Tanz und Bewegung zu kommentieren.
Ravels «L’Enfant et...

Editorial

Liebe Leserinnen,
Sie haben die absolute Mehrheit. Der Tanz ist, laut Ihrer zahlreichen Reaktionen auf die Leserumfrage vom Februar, weiblich, steht zu fünfzig Prozent auf Spitze und beflügelt die Redaktion mit einer Menge von «Weiter so!»-Wünschen. Ihre Kritik macht uns Beine.
ballet-tanz bleibt eine Augenweide, wird immer für eine Überraschung gut sein und...

Val Bourne to retire

In January 2007 Betsy Gregory will formally become Artistic Director of Dance Umbrella and Val Bourne will step down after directing the 2006 season. Bourne founded Umbrella 28 years ago and introduced the best modern dance from the USA as well as presenting and nurturing the cream of British talent. Arnie Zane, Bill T. Jones and Mark Morris were among her first...