Der Dutt
wird zuweilen auch Balanchine-Dutt genannt. Praktisch ist er, weil die langen Haare überaus ordentlich zusammengebunden und einwärts gesteckt beim Tanzen nicht stören. Aber ist der Dutt nicht etwas ganz besonders Altmodisches? Ihr Faible für etwas so Praktisches haben Ballerinen gegen jede Mode verteidigt und tragen den Dutt manchmal auch so stolz wie eine Krone.
Dieser Dutt, tatsächlich, ist ein echter Klassiker.
Die römischen Bürgerinnen schmückten sich mit ihm, wie man unschwer an ihren Skulpturen beweisen kann – er war auch Ausdruck dafür, unter der Haube zu sein, also als eine Dame von ehrenwertem, eben gehobenem Stand zu gelten, was dem Ruf er Tänzerinnen lange Zeit gar nicht entsprach.
Das offen getragene Haar, wie im Flamenco oder bei Pina Bausch, wirkt anrüchig oder wenigstens – in den meisten Kulturen – als Zeichen dafür, unverheiratet zu sein. So ist der Dutt im klassischen Ballett auch ein Zeugnis dessen, nichts mit dem Begehren der netten Herren auf Balkonien links und rechts der alten Theaterbühnen zu schaffen zu haben. Man sei schon vergeben, bedeutet der Dutt, ans Ballett, an Mr. B., an die keusche Strenge der eigenen Kunst.
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Endlich hat das Bolshoi einen neuen Vasiliev. Der einfache russische Familienname Vasiliev ist in der Ballettwelt lang schon ein Symbol für das russische Ballett und das Bolshoi. Vladimir Vasiliev war ein legendärer Tänzer der Jahre 1960 bis 1980, ein bisher nicht überbotener erster Spartak. Er versprühte den Stolz der russischen Kultur. Nach seinem Abschied von...
Der Spitzenschuh ist ein Synonym für das klassische Ballett. Ohne dieses äußerlich zierlich anmutende, in schimmerndem rosa Satin lieblich die eigene Kraft und Komplexität verleugnende Hochleistungswerkzeug wäre nämlich der Spitzentanz unmöglich, mithin die Technik, deren Optik für die Einordnung des Tanzes in die Rubrik «Ballett» entscheidend ist. Ballett erkennt...
Eisiger Wind fegt über den Friedhof Montmartre. Warum nur lässt sich dieses Grab nicht mehr finden, es war doch irgendwo in der Nachbarschaft von Théophile Gautier, nicht weit von der Ruhestätte der Brüder Goncourt? Oder doch näher bei Heinrich Heine und Hector Berlioz? Komischerweise ist es auch vom Friedhofsplan verschwunden.
Da erscheint hinter der nächsten...
