Der choreografierte Blick
Tanz hat Helmut Newton nie fotografiert. Viel zu unberechenbar für den Meister des präzise inszenierten Moments. Die Körper sind es, die ihn interessieren – als Material für seine starken, hoch stilisierten, provokativ-glamourösen Modefotografien, seither Konvention jenseits der Konvention. Tänzer aber sind der Ausgangspunkt der «Body Performance» in der Berliner Helmut Newton Stiftung im Museum für Fotografie – so zum Beispiel die Protagonisten der Ballets de Monte Carlo.
Die kleinformatige Serie ist wie üblich jenseits des Studios mit minimalem fotografischen Equipment entstanden und zeigt das charismatische Ensemble schick und surreal im gleißenden Sonnenlicht der französischen Riviera.
Und wir begegnen Pina Bausch in Wuppertal, schön im langen schwarzen Kleid auf Ganzkörper-Porträts aus den 1980er-Jahren. Die eleganten Mises en scène aus diesen Fotografien entdecken wir in allen- Räumen der Ausstellung. Was sie verbindet, hat Newton selbst für seine eigenen Arbeiten formuliert: Es geht immer um «eine Geschichte, die keinen Anfang, keine Mitte und kein Ende hat».
Dreizehn arrivierte Künstler – alle conceptual artists – sind hier versammelt. Sie alle haben unsere visuelle ...
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Tanz Januar 2020
Rubrik: Bewegung, Seite 4
von Marina Dafova
Er ist einer, der immer schon ganz woanders ist als man ihn vermutet. In seiner Ära als Direktor des Ballett am Rhein war Martin Schläpfer verblüffend bescheiden, als ihn eine -gewaltige Welle des Erfolgs hochspülte. Er war wütend, als doch alles rund lief. Nachsichtig, als man ihn verletzt wähnte. So aufmerksam und sensibel als Mensch, so stur und unberechenbar...
Als man ihn tot auffand, war niemand sonderlich überrascht. Drogen, Suff, ein Leben im Exzess – Tennessee Williams hatte sich nie geschont und nichts verkniffen. Im Februar 1983 kam er im Hotel Elysée an New Yorks 54. Straße zu Tode. Mutmaßlich erstickt an einer Verschlusskappe von Nasen- oder Augentropfen, bis heute weiß man es nicht genau. Seine Hotelnachbarn...
Das Pressefoto macht stutzig: Ex-Ballettdirektorin Birgit Keil, die das Badische Staatstheater in Karlsruhe nach 16 Spielzeiten verlassen musste, lächelt mit ihrer Nachfolgerin Bridget Breiner in die Kamera. Selten hat sich ein – von der Politik erzwungener – Leitungswechsel so harmonisch präsentiert. Umarmend dann auch der Auftakt, den Breiner mit einer Gala...
