Foto: Robin Junicke
Delicate Instruments of Engagement
Kunsthalle Düsseldorf. Hier war auf Einladung des «Impulse Theater Festivals» und des Forum Freies Theater Düsseldorf die jüngste Arbeit der rumänischen Tänzerin Alexandra Pirici zu sehen. Arbeit heißt hier: eine «fortlaufende performative Aktion» betrachten zu dürfen, die sich zitatweise um Joseph Beuys’ japanische Whisky-Werbung und um Pussy Riots Punk-Gebet in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale kümmert.
Im Rahmen eines Festivals der «wichtigsten freien Theaterproduktionen aus dem deutschsprachigen Raum» nimmt sich die gelernte Tänzerin aus Bukarest ebenso medialer Ereignisse an, von Ceaușescus Hinrichtung bis hin zu Melania Trumps Wahlkampfauftritten. Das Feld ist weit, der Raum der Kunsthalle ist groß. Links und rechts in den Nebenräumen wird an einer neuen Ausstellung gezimmert. Im Saal, den Alexandra Pirici benutzt, stehen aus Pappe gefertigte Tische, die für eine spätere Nutzung durch andere Künstler gedacht sind. Zur Begrüßung wird der Gast darauf hingewiesen, derlei Objekte bitte nicht zu berühren. Später wird der Gast von fünf Performern in Retro-Sportkluft gefragt, ob er nicht etwas bekennen möchte. Einverstanden. Vor anderen Blicken geschützt, hinter eine ...
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Tanz Oktober 2017
Rubrik: Produktionen, Seite 16
von Arnd Wesemann
Seit Jérôme Bel und das Theater Hora mit «Disabled Theater» international für Aufsehen sorgten, ist das Thema Inklusion endgültig im Tanz angekommen. In Europa hat Großbritannien die Nase vorn, dank Candoco, der 1991 gegründeten Company, in deren Reihen Menschen mit und ohne Behinderung tanzen. Zum Auftakt der Tagung «Tanz Körper Erweiterung – Stretching the...
Highlights Oktober 2017
Bonn: On tour
Bangarra Dance Theatre
Seit 28 Jahren finden die Tänze der australischen Aborigines und Torres-Strait-Insulaner eine Heimat beim indigenen Bangarra Dance Theatre. Jahrelang war es im Hafen von Walsh Bay in Sydney ansässig, demnächst bezieht es ein neues Quartier. Davor aber tourt die Company durch Europa, verschiedene Programme...
Eine Leinwand wie im Kino. Auch wenn der Vorhang noch geschlossen ist, erkennt man durch den roten Stoff bereits die Umrisse eines Plakats, mit dem einst die Filmversion des Balletts «Das Rote Frauenbataillon» beworben wurde. Davor die vier Protagonistinnen des Abends, die Hände scheinbar gebunden oder zu drohenden Fäusten geballt: Gesten, zu Posen erstarrt, in...
