david iglesias
Vieles fügt der Zufall. David Iglesias aus Barcelona zeigte 2012 beim Berliner «Tanzolymp» zwei Variationen: die des Blauen Vogels aus «Dornröschen» und jene aus dem Pas de trois in «Schwanensee» – und wurde bemerkt. Die Staatliche Ballettschule Berlin köderte ihn mit einem Stipendium. Das änderte sein Leben. Drei Jahre bauten Lehrer der hauptstädtischen Kaderschmiede ihn, der seit Kindesbeinen Tanzunterricht hat, technisch, stilistisch, als Persönlichkeit auf. Studentenehrgeiz und Pädagogeneinsatz trugen Früchte.
Bereits in der schuleigenen Inszenierung von «Le Corsaire» 2013 trat er mit dem spielintensiven Part des Sklavenhalters Lanquedem angenehm in Erscheinung.
Ein Jahr später vertraute ihm Gregor Seyffert die akrobatisch virtuose Hauptrolle in seiner Adaption des «Kleinen Prinzen» an: den Piloten Saint-Éxupery, der als Rahmenfigur das Geschehen tänzerisch begleitet. David Iglesias, der feinnervige Klassiker mit Gespür für Form und Linie, bewältigte auch diese Herausforderung beim Gastspiel in Riga mit Bravour. Dann der Tiefschlag: Probleme mit dem Meniskus, Operation, mehrere Monate Trainingsverlust. Iglesias wäre nicht der Kämpfer, hätte er dieses Defizit nicht wettgemacht. ...
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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: die hoffnungsträger, Seite 166
von Volkmar Draeger
Was ist intelligent? Seit dem Sommer 1956, der legendären Dartmouth Conference in den Vereinigten Staaten, gilt als ausgemacht: Intelligenz braucht kein Gehirn. Denken sei bloße Informationsverarbeitung, ein Rechenvorgang, dem die Trägersubstanz, der Körper, herzlich egal sein kann. Seitdem ist auch eine dumpfe Angst in der Welt, die Stanley Kubricks «2001 –...
Ein denkwürdiger Moment: Als sich 2001 im Londoner Royal Opera House der Vorhang nach dem ersten Akt senkt – es ist Alina Cojocarus Debüt als Giselle an der Seite ihres Partners Johan Kobborg –, blicke ich mich im Saal um und sehe etwas, das ich schon viele Jahre nicht mehr erlebt habe: Zuschauer, die sich die tränennassen Gesichter trocknen.
Alinas Wahnsinns-Szene,...
beim Wachsen zuzusehen, ist ein unglaubliches Vergnügen. Immer wieder bin ich überrascht. Und fasziniert und manchmal auch gerührt. Natürlich haben Israel Galván, Andrés Marín und Belén Maya den Weg bereitet, aber an ihnen haftet das Flamenco-Etikett wie diese kleinen Klebeschildchen, die man nicht vom Finger bringt. Erst dieser selbstbewussten, willensstarken und...
