Das Tattoo
Tattoos erzählen eine Geschichte, zeigen ein Gefühl oder sind kodierte Botschaft – eine Einschreibung mit magischen Kräften. In unserer selbstbezogenen Gesellschaft ist das Tattoo vielleicht die Vollendung des Fetischs: «o feitiço», der Zauber, ist mit dem eigenen Körper vereint, gehört zur Identität seines Trägers.
Tattoos auf Tänzerkörpern zu zeigen, ist die visuelle Grundidee für dieses Jahrbuch. Wir haben mehrere Kompanien und die Fotografen, die eng und vertrauensvoll mit ihnen arbeiten, gebeten, Tänzer mit ihren Tattoos zu porträtieren.
Das Projekt stieß nicht überall auf Gegenliebe; entstanden sind schließlich vier exklusive Serien von Fotografen in Namur (Belgien), Paris und Berlin.
Jean-Louis Fernandez hat drei Tänzer der Akram Khan Company im Théâtre de Namur während der Proben zu «Outwitting the Devil» porträtiert. Das Stück hatte Mitte Juli Premiere in Stuttgart.
Maria-Helena Buckley hat in vier Sessions drei Tänzer der Pariser Oper fotografiert und einen von ihnen ins Tattoo-Studio begleitet.
Yan Revazov hat Alejandro Virelles in der Garderobe vor und nach einer Aufführung des Dreierabends «Balanchine/Forsythe/Siegal» beim Staatsballett Berlin fotografiert.
Dre ...
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Tanz Jahrbuch 2019
Rubrik: Glücksbringer, Seite 24
von Marina Dafova
Vor einer Premiere oder Vorstellung habe ich Bilder im Kopf, Gefühle, Sehnsüchte und den Anspruch, meine Arbeit so gut zu machen, wie ich kann – nicht mehr, nicht weniger. Für einen Talisman ist da kein Platz.
Auch bestimmte Rituale gibt es in diesem Moment nicht. Die Vorstellung ist für mich ein Ritual, das mich mit Menschen verbindet, die ich größtenteils nicht...
Er ist 70 Jahre alt. Ein Hoffnungsträger? Er trägt jedenfalls seine Bühnenstücke in die Theater und zum Publikum hin. Wie Pakete. Die packt er aus. Dann gibt er etwas ab. Was und wie man ihm das abnimmt, ist die Frage, immer wieder. Ob man mehr als zuschaut, nämlich hinschaut. Vielleicht gar aufschaut.
Hoffnung ist ein zu kleiner oder zu einfacher Begriff für das,...
Ja, doch, man muss über sein Alter sprechen. Friedemann Vogel ist Anfang August 40 Jahre alt geworden, was man dem gut aussehenden Prinzen mit dem fluffigen blonden Haar kein bisschen ansieht und erst recht nicht auf der Bühne anmerkt. Gerade debütierte er als Kronprinz Rudolf in Kenneth MacMillans «Mayerling» in einer der kräfteraubendsten Partien des dramatischen...
