das denken zum tanzen bringen: rudolf zur lippe schwärmt
Ein Philosoph geht auf die Pirsch. Vor Sonnenaufgang stapft er durchs taufrische Gras in Brandenburg, im Linumer Bruch, wo sich im September Zehntausende von Zugvögeln bei ihrer Reise in den Süden versammeln, um einem beeindruckenden Schauspiel beizuwohnen: den «unglaublich mannigfaltigen Bewegungen der Schwärme». Im Gegensatz zu allen festlegenden wissenschaftlichen Beschreibungen ist es diese lebendige Erfahrung – den Wandel in der Natur auszumachen als ein ewiges Handlungsgprinzip –, auf die Rudolf zur Lippe in seinem neuen Buch rekurriert.
Er baut auf eine Naturphilosophie des Wandels und der Bewegung, will Erfahrungen am eigenen Leib und damit den Tanz und seine Sinne ins Zentrum der Beobachtungen rücken.
Die Schwarmphänomene haben es ihm diesmal vor allem angetan. Er verortet sie in einem ideengeschichtlichen und zeitkritischen philosophischen Kontext, übersetzt sie in die Sphären des Menschlichen, der Sinne, der Kommunikation.
Der Autor bindet sich selbst mit ein: wenn er sich beispielsweise in Berliner Tanzstudios bei Felix Ruckert einlässt auf Experimente zu Sinn und Sinnlichkeit. Um am eigenen Leib Eindrücke vom Bewegungsgeschehen der Tanzenden zu erlangen. Ein ...
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Tanz Januar 2011
Rubrik: medien, Seite 52
von Ottmar E. Gendera
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Wie kamen Sie auf die Idee, einen Film über das Ballett der Pariser
Opéra zu drehen?
Ich drehte schon 1992 einen über das American Ballet Theatre. 2000 lebte ich in Paris und war oft im Ballett. Es war naheliegend, noch einen Film über Tanz zu drehen. Mich interessierten die Unterschiede zwischen einer Kompanie in den USA und in Frankreich.
Sie zeigen wesentlich...
...gewinnt mit ihrer Choreografie «lovecircle» den ersten Preis des Internet-Tanzfestivals «SidebySide-net». Hier wird online über eingereichte Arbeiten abgestimmt. Ohne Jury. Das Publikum steht hinter Laura Keil. Das ist das Beste, was einer 25-jährigen Berlinerin passieren kann. Vermittelnde «Experten» werden gar nicht gefragt; das «Volk» liegt ihr auch so zu...
