Das Archiv
Die kulturpolitischen Maßnahmen kommen und gehen, die kuratorischen Setzungen prägen eine Spielzeit oder eine Saison, die choreografischen Entwicklungen ereignen sich irgendwo, wo man selbst meist nicht ist, und die tänzerische Darbietung findet seit je im ontologischen Niemandsland statt. Gäbe es nicht das Archiv – oder besser gesagt, die Vielzahl von Einrichtungen, die sich der Spurensicherung widmen –, die ganze schöne Tanzpolitik, Programmplanung und Produktionsförderung wäre verlorene Liebesmüh’.
Mit Blick auf das Publikum mag sie das in den meisten Fällen so oder so bleiben, aber die Archive bergen, bewahren, übersetzen, transponieren und umhegen das, was vom Tanzen bleibt: auf Papier, als Foto, im Film, in der Erinnerung, im Netz, im Regal, in der Box oder wo auch sonst. Das Archiv erfindet mit rührender Gleichmut den Tanz, das Tanzen und das Sprechen darüber immer wieder neu, es erlaubt jedem Einzelnen, sich sein Erinnerungs-Stück vom Tanz anzufertigen. Manchmal werden daraus große Erzählungen, historische Abhandlungen oder biografische Feinanalysen. Am Anfang steht aber immer die Begegnung des Einzelnen mit einer Spur. Und der Ort dieser Begegnung ist das Archiv.
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Thomas Plischke and Kattrin Deufert are, at least from a political point of view, the most important dance-artists is Europe at this moment. Not because their work is always a big artistic success, nor because it is easily enjoyable, but because they consistently choose to go against the current taste for a kind of dance that is “politically correct,“ i.e. a dance...
Mein erstes Buch, das ich mit 18 Jahren nicht schrieb, sondern klebte, handelte vom Raum. Ich verdiente mir vor Weihnachten das Taschengeld auf unserem lokalen Postbüro, indem ich die eingeschriebenen Sendungen in ein Buch übertrug. Hinter mir tickte der Telegraf, und ein Kollege zerschnitt den endlosen Nachrichtenstreifen in für das Telegrammformular passende...
Der Zirkus ist in der Stadt. Die archaischste aller noch vorhandenen mobilen Bühnenräume hat zwar ein paar Nachteile: lange Aufbauzeiten, gewaltige Transportkosten und nicht immer die schönsten Standorte. Aber noch immer lockt ein Vorteil: Diese Bühne ist «meine» Bühne. Jede Inszenierung ist auf den eigenen Raum passgerecht abgestimmt.
Ohne die leiseste Assoziation...
