Dana Caspersen: «Radio Mythic Theatre»
Dana caspersen «Radio Mythic Theater»
Wer ist der Mann «auf dem Felsen über der verdüsterten Ebene», auf den eine erste Szenenanweisung anspielt? Wer die Frau, die wenig später hinzutritt? Wer das männliche Paar, das nicht lange auf sich warten lässt? Im Text von Dana Caspersen ist zwar immer wieder von Prometheus die Rede, von Athene, vor allem von Vater Zeus, zu dem sich die Blicke flehentlich erheben. Doch Christine Bürkle, Mauricio de Oliveira, Emmanuel Obeya und Alessio Silvestrin einer der angesprochenen Figuren zuzuordnen, ist schwierig.
Die vier Performer der Dresdner Uraufführung, allesamt erfahrene Forsythe-Interpreten, stehen eher für sich. Schier emotionslos lassen sie sich auf die Gefühle der anderen ein: ein eigentümlicher, beunruhigender, geradezu mythischer Zwischenbereich, der sich für den Zuschauer nicht auf den ersten Blick erschließt.
«Radio Mythic Theater» nennt die Forsythe-Tänzerin und Autorin ihre «Choreografie», bei der keine vordergründige Virtuosität zum Tragen kommt. Die vier knien sich vielmehr geradezu hinein in das einstündige Stück, bei dem allein das Bewegungsdetail entscheidet, das Beziehungsgeflecht im Raum, das symbolhafte Spiel mit den ...
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