Claudia Lichtblau: «Palimpseste»
«Ich kann nicht anders», sagt der nackte Mann im roten Sessel. Sein Haupt ziert eine goldene Krone. Adam (Matthias Hartmann) hat den Thron der Männlichkeit bestiegen. Eva (Nancy Woo), deren Blick nicht nur die Sonnenbrille trübt, legt sich trotz ihrer Blöße auf den kalten Betonboden. Das Salzlager der ehemaligen Kokerei der Zeche Zollverein in Essen ist ein Paradies dritter Klasse: der Bühnenraum mit seinen rostigen Mauern, die beinah zur Unkenntlichkeit stilisierten Figuren, die in Fetzen zerrissenen Texte, die Natur als imitierte Vogelstimme und der Tanz als theatrales Moment.
Palimpseste betitelt Claudia Lichtblau ihre Performance für zwei Frauen und zwei Männer mit der griechischen Bezeichnung für eine Handschrift, die nach Auskratzen des ursprünglichen Textes neu beschrieben wurde. Und darum leidet nun jeder an seiner Vergangenheit. Die verletzten Seelen verschaffen sich Luft beim Schreien, Kriegsspielen und Suizid. Lichtblaus 13. Produktion auf dem alten Industriegelände des Weltkulturerbes arbeitet symbolhaft am Geschlechterkampf, als Palimpsest des frühen deutschen Tanztheaters mit einer leidensfähigen Penelope und einer kämpferischen, schwarz gekleideten Penthesilea. ...
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Darling Mårten, if there is any one person merited to be called the Diva of Swedish dance it is you, Mårten Spångberg. Like no one else you can do whatever you like on stage – and get the ordinary audience as well as the elite come running for tickets. Now you have new venture, the solo “Heja Sverige” (Go for it Sweden!), performed in the studio of Moderna...
Ein beinah noch junger Mann wundert sich in der Bar des kleinen Wiener Konzerthaustheaters. Er sei zufällig hier bei Wien Modern hereingeschneit, sagt er. So viel junges, ausgelassenes Publikum bei einem Festival für Neue Musik – an einem mehrteiligen Abend, der «Maurische Mauern» heißt und James Joyce zum Thema hat. Der Mann hat mehr elitäre Abgehobenheit...
