Choreograf
Das Flüchtige nicht im Ungefähren
Auf seinem Schreibtisch im Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin (HZT) steht ein hellgrünes Köfferchen: der «Choreografische Baukasten». An dessen Entstehung war Nik Haffner im Hintergrund mit beteiligt. Die kleine Kiste suggeriert, was künstlerische Bühnenarbeiter brauchen: Handwerkszeug (tools), Pflichten (tasks) und Kompetenzen (skills), um damit Experimentieren, Reflektieren und Hinterfragen zu lernen. Das Flüchtige soll ja nicht im Ungefähren verfliegen, sondern Sinn stiften. Das ist nichts Neues.
Doch wie sich eine hybride Kunstform heute in einer rasant sich wandelnden Welt über die Bühne hinaus Raum und Publikum erobern könnte, das bewegt jeden im Berufsfeld Tanz, Choreografie, Performance. Am HZT zerbricht man sich darüber die Köpfe. Wie man den zeitgenössischen Tanz aus seiner Exklusivität befreien könne. Zum Beispiel. Das Lernfeld ist da, der Anspruch an mutige, neugierige Forscher, die – so Haffner – «einen Drang haben, tief in ihr Material einzudringen», hoch. Zur Zeit gestalten 40 Studierende aus 20 Ländern in zwei Master- und einem Bachelor-Studiengang in größtmöglicher Freiheit und Eigenverantwortung ihr Studium. Das ...
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Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Künstler sein, Seite 40
von Irene Sieben
Heidi Schnirch, Andrea Marton, wieso will man heute als Tänzerin oder Choreografin im Kindertanz arbeiten? Gibt es dazu einen materiellen Anreiz, oder passiert es, weil man selbst Kinder hat?
Heidi Schnirch: Zu Beginn habe ich nur im Erwachsenenbereich unterrichtet. Allein vom Tanz konnte ich nicht leben. Das Unterrichten hat mir dann deutlich gemacht, dass es mich...
Drei Wochen lang Aufführungen, Gastspiele, Rückblicke, Ausgrabungen alter Stücke, eine Direktorenkonferenz und natürlich die obligatorische Gala: Das 50. Jubiläum des Stuttgarter Balletts wurde mit einem riesigen Fest und Prominenz aus aller Welt begangen. Im Mittelpunkt standen die ehemaligen Tänzer: Intendant Reid Anderson hatte alle eingeladen, derer man...
Genau, sagt Chloé Maginot: «Patrick Dupond ist ein gutes Beispiel.» Der ehemalige étoile des Balletts der Pariser Opéra stand nach Karriere, Motorradunfall und langwieriger Genesung in einem Musical auf der Bühne. So lange wollte Maginot nicht warten. Nicht, bis sie mit 45 eine Hüftprothese tragen würde, wegen der Développés. Nicht bis der Konkurrenzkampf...
