Brief aus Rio de Janero

Sandra Luzina über Körperkult und Tanz mit Mixed Abilities

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Die Stadt am Zuckerhut becirct die Sinne – sie tut aber auch weh. Sie birst vor Schönheit. Und aus ihr birst die Armut. Mittendrin versucht es einmal im Jahr eine Tanzplattform namens Panorama, diese ganze Megapole von einem Ende zum anderen zu bespielen, also auch in die Randbezirke zu gehen. Neben gediegeneren Theatern im Stadtzentrum gibt es dort Kulturzentren, die so heilige Namen wie den von São João de Meriti tragen und an der Grenze zu einer der Favelas stehen. Kommt man dort an, sitzen neben einem gerade noch zwei Schulmädchen in Uniform im Saal. Das war’s.

Der Sponsor Petrobras habe sich kurzfristig zurückgezogen, heißt es, es konnten keine Busse für den Transport bereitgestellt werden. Ein Festival hat eben ein Zentrum, die Peripherie scheint dagegen unerreichbar.

Dabei spielt genau dieser Unterschied im brasilianischen Tanz gar keine Rolle. Gerade abseits der Metropolen, auch in den Provinzstädten, ist die wesentlich vitalere Szene zu finden. Wie Marcelo Evelin und sein Kollektiv Núcleo de Criação do Dirceu aus Teresina. Auch bei ihnen passiert, was das Festival Panorama nicht zeigen kann: dass avancierte künstlerische Arbeit und kommunales Engagement sich nicht ...

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Tanz April 2009
Rubrik: Brief, Seite 49
von Sandra Luzina

Vergriffen
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Das ist typisch

Lübeck rettete 1995 das Stadttheater, indem es den Tanz abwickelte. Nun macht ihm die zwangsfreie Tanzszene ein Angebot: «kostenneutral für das Theater» ein Ballett- und Tanztheater zu installieren – klar, ohne das Theater zu belasten. Dafür ist, üblich in norddeutschen Bürgerschaften, eine eigene bauliche Sichtbarkeit nötig. Ab dem 25. April gibt es ein Lübecker...

Turning scientific

Martin Puttke, wir sitzen hier in der Intendanz des Staatsballetts Berlin, wo Sie kürzlich einen Workshop gegeben haben. Was haben Sie den Tänzern beigebracht? Mich beschäftigt schon lange die Frage, wie wir die Klassiker lebendig bekommen. Wir sehen ja, dass Tänzer Schwierigkeiten haben, uns den Siegfried oder die Giselle als heutige Figuren glaubhaft zu machen....

Editorial

Jean-Georges Noverre schäumt vor Wut in seinem VIII. Brief über die Tanzkunst:Der Tanz, ganz und gar zu Hause in der Oper und wie keine andere Kunst begabt, diese wieder glaubwürdig und anrührend zu machen, ausgerechnet der Tanz verkommt in der Hand von Ignoranten zum gefälligen Ornament. Anstatt die erneuernden Kräfte der Bewegung zu nutzen! Man müsse «die Autoren...