Bochum: «Ruhr-Ort»
Achtzigmal schlagen vier Männer mit vier Kilo schweren Hämmern auf eine liegende Stahlplatte. Ohrenbetäubend. Das gleißende Licht der Scheinwerferreihe am Boden blendet wie Glut in Hochöfen. Es schmerzt in den Augen. Susanne Linkes legendäres Werk «Ruhr-Ort» von 1991 macht den harten Arbeitsalltag der Berg- und Stahlarbeiter körperlich ahnbar. Damals wollte die Choreografin die Maloche, die maskuline Energie und die moralische Kraft der Männer darstellen. Es wurde ein großartiges Stück Tanztheater – unpathetisch und durchrhythmisiert bis in die kleinste Handbewegung.
Jetzt, 23 Jahre nach der Uraufführung in Leverkusen, ist «Ruhr-Ort» sogar dort angekommen, wo es spielt: im Pütt. Susanne Linke selbst rekonstruierte es am Schauspielhaus Bochum mit Tänzern der Herner Street-Art-Company Renegade. Von Rekonstruktion zu sprechen, ist indes nicht ganz stimmig. Das junge Ensemble, das vom Land NRW eine Spitzenförderung erhält und im vierten Jahr am Schauspielhaus Bochum residiert, hat dem Werk eine völlig neue Prägung gegeben. Zekai Fenerci, Kopf der Truppe, erhebt den Anspruch, mit seinen B-Boyz eine Brücke zwischen der urbanen Szene und der Hochkultur zu sein und dadurch eine zeitgemäße ...
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Tanz März 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 32
von Bettina Trouwborst
newcomer_________
paul white
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