bielefeld: the symptoms
Das hört sich nach Krankheit an, ist aber Tanz aus Ungarn. Die Ungarn fallen gerade in Nordrhein-Westfalen ein. Neben bekannteren Chroeografen wie Pál Frenák sind auch die Symptoms da. Seit 2006 heißt Réka Szabós Ensemble aus Tänzern, Schauspielern, Musikern in Budapest so. Symptome? Aber da ist nichts. «Nothing there – or do dreams go to sleep during the day?» nennen sie ihr Stück. Es handelt vom Verschweigen von Leid, aus Scham oder Angst. Alles ist okay. Nichts ist okay. Die Tänzer erschrecken schrecklich.
Wehren sich gegen Gespenster – und verknallen sich in ihre weißen Schatten. Ein schwarzer Fleck wächst auf dem blanken Rücken eines Mannes, bekommt Beine und Arme und klettert an der Wirbelsäule empor, baumelt mit dem Bein, rutscht ab, fällt zu Boden. Der Mann neckt das fremde Männlein, dann haut er es, wird von dessen schwarzer Wolke überwältigt und fuchtelt noch, als gleißende Helligkeit dem Videospuk ein Ende macht. Wo und wann? Am 21. und 22. Juli beim Tanzfestival in Bielefeld.
tanzfestival-bielefeld.de
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Es ist das größte Tanzfest Europas, der gewaltigste Workshop-Auftrieb und ein Füllhorn der Entdeckungen. Gleich zu Beginn stellt Anne Juren in ihrem Solo «Magical» die keineswegs absurde Frage: Passen Zauberei und Feminismus zusammen? Das subversive Potenzial des illusionären Tricks und die täuschende Inszenierung des weiblichen Körpers haben mehr gemein als nur...
Es ist eine blutrünstige Story, die sich Christian Spuck vorgenommen hat. Sie erzählt, wie der machtversessene römische Kaiser Nero seine Frau Ottavia loswird und seine Kurtisane Poppea an ihrer Stelle zur Kaiserin krönt. Der designierte Leiter des Zürcher Balletts will nicht die von Claudio Monteverdi in seiner letzten Oper «L’incoronazione di Poppea» vertonte...
Samson, der alte Haudegen aus der Bibel, hatte ein Problem mit seinen Haaren. Er, der den Löwen (Mähne!) bändigte, in dessen eigenem Haar (Ras-ta!) die Bienen nisteten, übte Rache, weil ihm seine Braut geraubt wurde. Wilden Füchsen zündete er die haarigen Schwänze an, um die Felder der Philister niederzubrennen. Das Haar zeigte Macht, bis die schlaue Delila sie ihm...
