Berlin: Yet Company «Ensemble»
Als vor fünf Jahren die Funken flogen zwischen Berlin und Bern, hatte das Folgen. Aus dem kreativen Feuer (und der Liebe) zwischen Dominika Willinek und Fabian Cohn entstand eine neue Tanzkompanie. Noch eine, die sich im Haifischbecken des freien Schaffens behaupten will? Macht das Sinn? «Wir haben uns überlegt, ob es noch Neues zu sagen gibt und ob wir trotz der großen Zahl an freien Gruppen noch eine gründen sollen», so Willinek. Die Antwort ließ nicht auf sich warten. Yet heißt die Kompanie. Yet heißt auch: dennoch, «trotzdem».
In ihrem Erstling mit dem Titel «Vivant!» (tanz 8-9/14) befragten die ausgebildete Bühnentänzerin und Choreografin (mit einem Bachelor in Europastudien in der Tasche) und der Jurist, der sich zum Mimen weiterbildete, den Menschen auf seine Körperlichkeit. Die Produktion, die zur Trilogie ausgebaut werden soll, hat jetzt mit «Ensemble» einen zweiten Teil erhalten, der einen Schritt weiterführt.
Bei der Uraufführung im Berner Tojo Theater sieht man minutenlang bloß schwarz. Die Vibration einer Klangschale hält die mysteriöse Dunkelheit im Zaum. Kein Grund für Eso-Alarm! Bevor die Befürchtung wahr wird, dass man da gleich mit Bedeutung bombardiert wird, ...
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Tanz Dezember 2015
Rubrik: Kalender, Seite 30
von Marianne Mühlemann
Ein Zirkusdirektor streicht durchs Ulmer Premierenpublikum und wartet gelangweilt auf den Beginn der Aufführung. Zum Johlen und Klatschen eines Rockkonzerts schickt Giuseppe Spota seinen Spielmacher endlich hinauf an die Rampe, noch ein wenig marionettenhaft kommt der weißgesichtige Bajazzo in Gang, überblickt von den Schultern seiner kleinen Truppe herab die leere...
Es ward Licht. Und jeder sah, dass es gut war. Denn das Licht wurde Kunst. Hier tanzt es selber, hier ist es choreografiert bis hinauf in die letzte Lampe. Was der Lichtdesigner Ate Jan van Kampen für das Scapino Ballet Rotterdam geschaffen hat, ist eine hochspannungsgeladene Konkurrenz zwischen der immateriellen Schönheit dessen, was uns überhaupt sehen lässt, und...
Graue Panther sind passé. Stattdessen nennt Egon Madsen seine Passagiere «Greyhounds», auf Busunternehmen in Amerika und Australien anspielend. Alle vier sind schließlich ständig unterwegs, von einer Lebensstation zur anderen. Wohin die Reise führt, ob zielgerichtet geradeaus oder rechts ins Abseits – die Fahrbahnmarkierung von Flurin Borg Madsen lässt es offen....
