berlin: helge letonja «the bog forest»

Tanz - Logo

Die Hände zur Faust geballt stecken tief in den Jackentaschen, im Schatten der Kapuze verbirgt sich das Gesicht. Angst, der etwas Bedrohliches anhaftet, ist deutlich spürbar. Wie gehetzt die Figuren in Helge Letonjas jüngster Produktion «The Bog Forest» auch durch das Dunkel der Bühne der Bremer Schwankhalle huschen, wie gequält sie sich krümmen und am Boden winden, ihre Not ist erst mal fremd und nicht ganz geheuer.

Das Stück bildet den Auftakt zu einer Trilogie, die sich unter dem Titel «DisPlacing Future» choreografisch mit dem Thema Migration auseinandersetzt.

Der Sumpfwald ist hier zugleich ein ganz realer Ort und eine metaphorische Traumlandschaft für allerlei Sehnsüchte, Ängste, Irrungen, Wirrungen. Für die Tänzer von Letonjas steptext dance project bedeutet das, sich einem emotionalen Ausnahmezustand anzunähern, Orientierung einzig in den Impulsen und Rhythmen ihres Körpers zu suchen.

Unter Todesgefahr nehmen Menschen täglich die Reise auf sich, hoffen im gelobten Europa auf eine bessere Zukunft. Auf der sicheren Seite mögen wir die Augen vor dieser Wirklichkeit verschließen, die in den Medien übermittelten Bilder der Gestrandeten wirken dennoch nach.

Hier ragen ein paar ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz August/September 2011
Rubrik: kalender, Seite 65
von Irmela Kästner

Weitere Beiträge
melbourne: anouk van dijk...

...sollte zusammen mit dem Dramatiker Falk Richter für drei Jahre am Düsseldorfer Schauspielhaus ihre Werke ausbauen (tanz 6/11). Nun wird nur noch ein Stück, «Rausch», zur Premiere kommen, denn die niederländische Choreografin der Kompanie anoukvandijk dc unterschrieb schon wieder einen Vertrag. Ab kommenden Ja­nuar leitet sie die in Melbourne beheimatete Kompanie...

tv: new york dance

Der Dokumentarfilmer Michael Blackwood schuf 2010 «New York Dance: States of Performance», eine Porträtreihe, kuratiert von der Tanzkritikerin der «New York Times», Gia Kourlas. Vier von sieben Choreografen werden nun auch in Deutschland vorgestellt: die jüngere Beth Gill, die beiden Klassiker der US-Moderne John Jasperse und Ralph Lemon, der sich auf die...

münchen: laurent chetouane «horizon(s)»

Es geht auch ohne Worte: Im jüngsten Stück des französischen Regisseurs und Choreografen bleiben die Tänzer still. Sigal Zouk betritt die Bühne, in hellem Pulli, schwerem Rock, barfuß. Sie steht ruhig in der ersten Position, sie hebt und senkt den Kopf, öffnet die Hände, legt sie auf ihren Bauch, schließt ein Port de bras an, beugt die Knie, erhebt sich auf halbe...