beat der knochen
Ausgerechnet der Tod, ausgerechnet die Sterbenden tanzen in den Totentanz genannten Darstellungen, wie sie seit dem Mittelalter verbreitet waren. Sie tanzen gemeinsam und nicht selten wild, in ihren letzten Momenten wie außer Rand und Band. Die Knochen der Totengerippe biegen sich bisweilen wie Gummi; lässig federn die muskel- und fleischlosen Gesellen in den Knien und schlenkern mit den Armen. Sie tanzen gern mal Ringelreihen, tanzen gern zu Musik, wie man auf den Bildern sieht. Live-Musik würde man – ironischerweise – heute dazu sagen.
Aber ist nicht das Sterben – sofern es sich nicht um einen überraschenden, lidschlagschnellen, etwa unfallverursachten Tod handelt –, oft ein schrittweiser Verlust der Bewegungsfähigkeit, des Radius’ eines Körpers? Vom weiten Gehen übers kurze Gehen zum Nur-noch-Sitzen und endlich zur Bettlägerigkeit. Von den Bewegungen des sich weitenden und verengenden Brustkorbs zum vielleicht finalen Bewegtwerden am Beatmungsgerät, zur völligen Bewegungslosigkeit schließlich. Wenn man davon absieht, dass sich die Gäste in unserem Körper, die Mikroorganismen, auch nach unserem Tod noch in uns bewegen können.
Kein Gegensatz, sondern ein intimes Gespann: Tanz und ...
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Tanz August/September 2013
Rubrik: traditionen, Seite 66
von Sylvia Staude
Das Begehren – eine reine Fantasie, eine immaterielle Idee, die zur körperlichen Qual wird. Die vielleicht lustvollste Form von Folter. Für Jefta van Dinther ist das Begehren eine Kraft, aus der Bewegung und Choreografie entstehen. «This is concrete» heißt seine aufregende Studie zum Verlangen. Aber bis es wirklich «konkret» wird und zur Sache geht, dauert es.
Dar...
Takt ist eine lebendige Struktur, er pulsiert regelmäßig, so wie die Herzschläge, aber eben nicht völlig gleichförmig. Genauso wenig wie der Rhythmus, der den Takt erst interessant macht, weil er von ihm abweicht. Über den legt sich wiederum die Melodie, großbögig ausgeformt oder kleinteilig, nur als Motiv oder Tonfolgenpartikel erkennbar. Auch sie geht mit den...
Das müsste doch alle Politiker unseres Landes erfreuen: Der Deutsche Berufsverband für Tanzpädagogik, der Deutsche Tonkünstlerverband, der Deutsche Bühnenverein – vertreten durch seinen Geschäftsführenden Direktor Rolf Bolwin, der zugleich Vorsitzender des Beirats der Künstlersozialkasse (KSK) ist –, fordern von der Deutschen Rentenversicherung, sie möchte...
