Barak Marshall: "Monger"
Barak Marshall
«Monger»
Das Geräusch von Wassertropfen bohrt sich in die Stille. Wir sehen hinein in ein dunkles Untergeschoss. Zehn Menschen hocken in schwarzen Mänteln ängstlich aufeinander. Wenn das Licht angeht, sind sie verstört wie aufgeschreckte Ratten. Ein eher dürftiger Anfang, der ans typische Tanztheater der 1980er erinnert. Aber dann geht’s los. Es gibt eine ziemlich wilde Geschichte über einen kleinen Aufstand gegen eine unsichtbare, unersättliche Kaffeetrinkerin namens Mrs. Margaret, Gebieterin über das Universum der Obergeschosse.
«Monger» (Krämer) heißt das verrückte Stück des amerikanisch-israelischen Choreografen Barak Marshall, das noch alle Merkmale seiner unschuldigen Erstlingswerke von vor fast anderthalb Jahrzehnten in sich trägt.
1994 geriet Marshall, der nie in seinem Leben auch nur eine Tanzstunde nahm, in die Tanzszene, weil seine Mutter Margalit Oved – die führende Tänzerin beim Inbal Dance Theater in den 1950ern – ihn bat, nach Israel zu kommen und das ziemlich darniederliegende Inbal zu reanimieren.
Der Sohn gehorchte, die Mutter ging zurück nach Kalifornien. Barak Marshall fühlte sich wohl in Israels freier Szene, gewann einen Preis in Bagnolet, zeigte ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Degree Zero - auf diesem Gefrierpunkt will die Biennale di Danza in Venedig in den nächsten drei Jahren verharren. Ihr Leiter Ismael Ivo hat diese Rosskur verordnet – zu Recht, wenn man die Situation des Tanzes in Italien betrachtet. Südlich der Alpen weht der Geist des Zeitgenössischen sehr verhalten. Meist feiern Kitsch und Tanzentertainment fröhliche Urständ....
Akram Khan ist dieses Jahr dran mit Blümchenpoesie. Immer zum 29. April, wenn die UNESCO zu Jean-Georges Noverres Geburtstag den Tag des Tanzes ausruft, bittet der große Vorsitzende des Internationalen Tanzkomitees des Internationalen Theaterinsitituts, Alkis Raftis, um eine besinnliche Botschaft. Es sah so aus, als sei der Grieche in der Klemme. Niemand wollte ihm...
Auf den Gletscher
geht’s alle Jahre wieder am 24. April. Dann bringt Hubert Lepka mit seiner Kompanie Lawine Torrèn elefantöse Pistenbullys und Hubschrauber ins österreichische Sölden, damit Hannibal es noch einmal wagen darf, die Ötztaler Alpen am Rettenbachgletscher mit 60 000 Mann zu überqueren. Das Spektakel für über tausend Zuschauer in der Kälte ist...
