Ballettmeister
Eri Iwasaki, Claudio Schellino, wie wird man Ballettmeister?
Claudio Schellino: Ich durch eine Verletzung am Rücken. Damals tanzte ich in Italien. Mit einem Bandscheibenvorfall ist es ja ziemlich schwer, ein guter Tänzer zu bleiben und eine Partnerin zu heben. Zu jener Zeit gab es in der Schule der Mailänder Scala einen Nachmittagskurs, an dem man sich als Tänzer in zwei Jahren zum Ballettmeister fortbilden konnte. Ich erhielt sogar ein Stipendium und lernte dort so ziemlich all das, was man als Tänzer schon weiß, nur aus der entgegengesetzten Richtung.
Du denkst nicht über deine Schritte nach, sondern über die der anderen.
Wie ein Ballettpädagoge?
Claudio Schellino: Komplexer. Natürlich muss man als Ballettmeister auch eine Kompanie unterrichten, sie trainieren. Aber du musst dazu noch lernen, die Schritte, die Bewegung genau zu analysieren. Wie ist ein Balletttraining aufgebaut? Eine Spitzenklasse zum Beispiel. Wie studiert man ein Ballett ein? Ich hatte in meinem Studium etwa einen Pas de deux aus John Crankos «Romeo und Julia» einstudiert mit den jungen Absolventen der Ballettschule. Was man tat, musste man auch schriftlich begründen, mit einer musikalischen und einer ...
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Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Karrieren im Theater, Seite 16
von Arnd Wesemann
und andere Metaebenen: Warum sollen Tänzer keine Intendanten werden? Oder eine Agentur für Tanzkompanien gründen? Oder Tanz kuratieren? Oder eine eigene Schule eröffnen? Und wenn das nichts ist, wäre man auch in der Wissenschaft willkommen
Choreograf des Jahres
Sidi Larbi Cherkaoui
Kompanie des Jahres
Stuttgarter Ballett
Tänzerin des Jahres
Brit Rodemund
Performer des Jahres
Jared Gradinger
Aufreger des Jahres
Wim Wenders’ «Pina»-Film
Die Umfrage im Einzelnen:
Esther Boldt
Frankfurt am Main
«Journal Frankfurt»
Aufführung des Jahres
«For Faces» von Antonia Baehr
Choreograf/in des Jahrers
Anna Mendelssohn...
Jared Gradinger und Angela Schubot stehen sich gegenüber und schließen die Augen. Bis zum Ende ihrer knapp einstündigen Tanzperformance «is maybe» im Juni im Berliner HAU werden sie sie nicht öffnen. Eyes wide shut. Kein Blick fällt auf den anderen. Denn Blicke schaffen Distanz. Die beiden sehnen sich nach grenzenloser Nähe. «is maybe» kreist um den Wunsch, vom...
