Ballets Russes 100

Tanz - Logo

Serge Diaghilev und Vaslav Nijinsky sind ab jetzt, posthum, inoffizielle Nationalhelden von ... Monte Carlo! Vor bald hundert Jahren gründete der russische Mega-Impresario seine Ballets Russes. Vom Grimaldi-Felsen aus krempelten sie die Tanzwelt um. Ein wenig geehrt werden sie dafür nun überall. Monaco aber will seinen Führungsanspruch durchsetzen und feiert pompös, eine Saison lang. Der erste Akt steigt im Dezember, der zweite im März, der dritte im Juli. Da trifft es sich gut, dass Jean-Christophe Maillot neben den Ballets de Monte-Carlo nun auch das Monaco Dance Forum leitet.

Beide Budgets auf die Hundert gesetzt und auf Sieg gespielt! Legitimität bedeutet aber auch, diese Avantgarde-Truppe nicht im Museum zu Tode zu ehren. So kommt nur zum Zug, wer den Ballets Russes neue Seiten abgewinnt, also Lichtgestalten der Neoklassik wie John Neumeier und Thierry Malandain oder Neuerer wie Carlotta Ikeda, Marie Chouinard, Xavier Le Roy oder Les Ballets Trockadero. Damit wollen sie in Monaco ihren Wintertourismus ankurbeln.

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Dezember 2009
Rubrik: Highlights, Seite 27
von Thomas Hahn

Vergriffen
Weitere Beiträge
Andrei Andrianov, Oleg Soulimenko: «Made in Russia»

Ein hartnäckiges Vorurteil des Westens gegenüber Russland ist die Rückständigkeit des Riesenreichs hinsichtlich aller Spielarten des Zeitgenössischen, trotz Choreografen wie Sasha Pepelyaev oder Olga Pona. Russisches sei zu mythisch oder zu dadaistisch oder beides. Um den Westen, der solches denkt, zu erobern, gelangten 1994 zwei gelernte Ingenieure mit einem...

Training and Trust

Zum Beispiel: «Accords». Das aktuelle Stück der belgischen Compagnie ZOO um den Schweizer Thomas Hauert ist musikalisch, intelligent, großzügig, witzig, spannend, kindlich verspielt, virtuos und manchmal gekonnt dilettantisch, das perlt und klumpt und schwärmt und singt, leicht wie ein Soufflé, dann expressionistisch, gleitet ins Lyrische, surft auf der Musik oder...

Kenneth MacMillan ...

... starb 1992, am 11. Dezember hätte er seinen 80. Geburtstag gefeiert. Ihm zu Ehren zeigt das Stuttgarter Ballett die 1965 entstandene Gustav-Mahler-Choreografie «Das Lied von der Erde» und das 1976 geschaffene «Requiem» zur Musik von Gabriel Fauré. Beide Ballette wurden in Stuttgart uraufgeführt.
MacMillan begann wie John Cranko als Tänzer am Sadler’s Wells...