Anne Teresa De Keersmaeker: «Keeping Still»
Bei der Zusammenarbeit zwischen Choreografen und bildenden Künstlern bleibt die Rolle der Künstler meist darauf beschränkt, ein dekoratives Ambiente zu entwerfen. Selten werfen deren Beiträge ein neues Licht auf die Choreografie. Nicht so in «Keeping Still – Part I», einem Projekt von Anne Teresa De Keersmaeker und Ann Veronica Janssens. Sie wirft buchstäblich neues Licht auf De Keersmaeker.
Janssens schafft keine Kunstobjekte im eigentlichen Wortsinn. Ihr Werk gründet eher auf der Abwesenheit der Objekte.
In ihren Rauminstallationen spielt Licht eine wichtige Rolle, um die Natur des Raums oder eine bestimmte Atmosphäre deutlich zu machen. So auch, indem sie den Raum mit Rauch füllt – wie in der Performance von Rosas.
Schon beim Eintreten wird man von der enormen Dimension des Raums überrascht. Er ist gänzlich leer, abgesehen von Zuschauerbänken. Die feine Lehmschicht auf dem Boden wirbelt Staub auf, sobald die Zuschauer hereinkommen, und vermischt sich mit dem Nebel. Die Bühne des kommenden Stücks wirkt wie verlassenes Land, eine Wüstenei.
Das Licht verlischt. De Keersmaeker und Dramaturg Robert Steijn irren in diesem Raum umher. Man hört mehr, als man sieht. Eine Kinderstimme ...
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