1968
Für die Künste war und ist es immer dann einfach, sich aus der Politik und gesellschaftlichen Umwälzungen herauszuhalten, wenn die Künstler stillhalten. Das gilt besonders für das Ballett, die eskapistische Kunst schlechthin, die bis zum 19. Jahrhundert nur als Zerstreuung zwischen allem szenisch Gewichtigen diente. Es gilt aber auch insgesamt für den Tanz als mal gefühlige, mal märchenhaft verträumte, stets aber bravouröse Unterhaltung, egal, ob im Spitzen- oder Steppschuh, auf hohen Hacken oder nackter Sohle.
Nur bei genauerem Hinsehen offenbaren sich jenseits wechselnder Stile ideologische und politische Bezüge. Das Ballett hat andererseits selbst jede politische Instrumentalisierung unbeschädigt überstanden. So ist man zum Beispiel bei Yuri Grigorovichs Heldendrama «Spartacus» geneigt, die fesselnden Tanzszenen samt ihren grandiosen Charakteren über die pathetisch vermittelte real-sozialistische Opfer-Ideologie zu stellen. Im chinesischen Ballett «Das rote Frauenbataillon» belächelt man heute die zierlichen Ballerinen als Flintenweiber in Uniform, die im Grand jeté über die Bühne jagen. Darüber wird gern vergessen, dass es die treibende Kraft der blutigen Kulturrevolution war, ...
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Tanz Mai 2018
Rubrik: Traditionen, Seite 56
von Eva-Elisabeth Fischer
Mit einer Triple Bill feiert Londons Royal Ballet den 100. Geburtstag von Leonard Bernstein. Die drei Choreografien des Abends – Wayne McGregors «Yugen», Liam Scarletts «The Age of Anxiety» und Christopher Wheeldons «Corybantic Games» – greifen Musikstücke aus verschiedenen Schaffensphasen des Komponisten und Dirigenten auf. Eine ganz besondere Bedeutung für die...
tanz
Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance
Herausgeber
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
Redaktion
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Mitarbeit: Sofie Goblirsch, Marc Staudacher
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel +49-(0)30-254495-20, Fax -12
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Das letzte Schaltjahr oder Leap Year war 2016. Der Libanonkrieg fand 2006 statt. Zehn Jahre lang, von der Bombardierung Beiruts am 12. Juli 2006 durch die israelische Armee bis zum 31. Oktober 2016, dem Tag, an dem der Libanon wieder einen Präsidenten hatte, führte Rabih Mroué ein recht eigenartiges Tagebuch. Der bald darauf nach Berlin emigrierte Choreograf,...
