«12» und mehr von VA Wölfl
Jüngst schickte William Forsythe seine Zuschauer im Gänsemarsch durch einen Nebeneingang ins Bockenheimer Depot in Frankfurt. Wölfl schleust einen Teil seines Publikums durch das hintere Abteil einer Stretchlimousine, wo ein schlafender Nackter und zwei anscheinend kriminelle Hallodris auf Besucher warten, damit sie ihre Plätze im Marstall von Schloss Benrath erreichen; die Limousine lässt er mit Donner und Blitz verschwinden, sobald sie ihre Schuldigkeit getan hat.
Ob das für seine Düsseldorfer Gruppe Neuer Tanz als Tanzstück konzipierte Stück ein solches sei? Bis auf eine vielleicht fünf Minuten dauernde Passage, in der das Ensemble aus drei Frauen und fünf Männern mit leichten Drehungen und rudernden Armbewegungen eine Art Disco-Gymnastik absolviert, findet in «Zwölf» Bewegung lediglich als eine Standortveränderung der vor Mikrofonen aufgebauten Akteure statt.
Das Stück hat man eher als grelle, lärmende musikalische Veranstaltung anzusehen, bei der die Darsteller, von elektronischen Explosionen und Lichtblitzen von der mit hunderten von Neonröhren bestückten Rückwand begleitet, Laute und Texte in englischer Sprache in die Mikros bellen.
Nach der halbstündigen Eingangssequenz mit ...
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