john

In Lloyd Newsons neuem Stück, uraufgeführt beim «ImPulsTanz»-Festival in Wien, tanzt die Männersauna – ungeschützt, ungeniert, unzensiert

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Was John U. über seine Kindheit zu erzählen hat, ist extrem traurig. Ein Vater leistet ganze Arbeit: Er prügelt die schwangere Mutter, die dadurch ihr Kind verliert. Sperrt Johns Schwester wochenlang in ihr Zimmer ein, weil sie ihm zu füllig erscheint. Schlägt den Bruder mit dem Gürtel blutig. Erst nachdem er die Babysitterin vergewaltigt hat, landet er hinter Gittern.

Lloyd Newson, Gründer und Leiter des Londoner DV8 Physical Theatre, greift in seiner jüngsten Arbeit, die den schlichten Titel «John» trägt und im Sommer beim Wiener «ImPulsTanz»-Festival uraufgeführt wurde, in tiefe Abgründe. Ursprünglich sollte das Stück eine Studie über «den Mann» werden, und Newson hatte dafür bereits 50 Männer interviewt. Doch John U.s Geschichte erschien ihm so stark, dass er beschloss, sich ganz auf diese Figur zu konzentrieren.

Daraus ist ein starkes Stück geworden, sowohl inhaltlich als auch formal. Den Prinzipien seines «Verbatim Theatre» folgend, liefert Lloyd Newson eine dokumentarische Arbeit ab, in der das gesprochene Wort und die tänzerische Bewegung in ein besonders intimes Verhältnis gebracht sind. Die in London arbeitende Kostüm- und Bühnendesignerin Anna Fleischle hat ihm eine ...

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Tanz Oktober 2014
Rubrik: produktionen, Seite 14
von Helmut Ploebst

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