wien: Ashley Page: «Ein Reigen»

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Vielleicht hat der Auftraggeber Manuel Legris genau darauf spekuliert: Ashley Page, Ex-Tänzer des Royal Ballet, Ex-Direktor des Scottish Ballet, war zweimal als Choreograf erfolgreich, und zwar als Arrangeur der weltweit übertragenen Tänze fürs traditionelle Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker. Das Staatsballett hatte dabei in fein ziselierter, neoklassischer, durchaus an Frederick Ashton erinnernder Choreografie geglänzt.

Was konnte schon falsch sein, Page mit einem größeren Auftrag zu bedenken, der – einmal mehr – ein verkaufsträchtiges Wien-Image herausstellen sollte, wenn auch diesmal nicht mit Walzer und Polka aus der Strauß-Familie. Dazu kommt, dass Legris‘ Kompanie nicht nur die Staatsoper betanzt, sondern eben auch die Volksoper, die – und das ist nicht unfreundlich gemeint – als Vorstadttheater ihr Publikum hat. Kurzum: Ashley Page nahm sich für die Volksoper Arthur Schnitzlers Schauspiel «Reigen» vor, fand darin aber, wie er in Interviews anmerkte, zu wenige Figuren. So würfelte er munter auf die von Antony McDonald mit Postkarten ähnlichen Deko-Teilen zugestellte Drehbühne das ganze Wien des Fin de siècle – von Gustav Mahler über Sigmund Freud bis zur Fotografin ...

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Tanz Juni 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 46
von Andrea Amort

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