epilog auf pergament
Wenn ein Buch in Bewegung gerät, nennt man es für gewöhnlich ein Daumenkino. Dafür ist der Rückblick auf das Ballets-Russes-Festival in Monaco um einiges zu groß geraten. Ein Table Book kann man die gesammelten Erinnerungen zum Thema Ballets Russes & compagnies kaum nennen, aber ein Kunstwerk der besonderen Art – schließlich ereignet sich ein Centenaire, wie der Maler und Macher Philippe Favier richtig bemerkt, «eben schon rein definitorisch nicht alle Tage». In dem tausend Seiten starken Buch findet sich denn auch kein Wort, sieht man einmal von den einleitenden Zeilen Carolines ab.
Als Son Altesse Royale hat la Princesse de Hanovre zweifellos im Hintergrund ihr Scherflein zum Gelingen des Buchs aller Bücher beigetragen.
Weich liegt es in der Hand, geradezu anschmiegsam. Und wenn man seine Seiten blättert, knistert das Papier, als wolle es das Gezeigte hörbar machen. Ganz bewusst hat sich Favier eines geschwefelten Papiers bedient, das, fett- und wasserdicht, sonst beim Backen oder als Brotpapier Verwendung findet. Nur solches Pergament besitzt eine Transparenz, die das Gezeigte nicht gänzlich preisgibt, und hat darüber hinaus etwas «Fleischliches», wie Favier sagt. «Anderes ...
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Tanz Juni 2014
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Hartmut Regitz
Die 100. Wiederkehr der Uraufführung des Balletts «Le Sacre du printemps» von Igor Strawinsky und Vaslav Nijinsky ist kaum vorbei. Die Fülle an choreografischen Neubearbeitungen und Symposien, die auch die freie Tanzszene integrierte, wird «Josephs Legende» nicht zeitigen – Richard Strauss’ wichtigstes Ballett, das im Mai 1914, ein Jahr nach dem «Sacre», in Paris...
Artistic Director Designate heißt der Posten, den Christopher Powney seit April bekleidet; Leiter der Royal Ballet School wird er erst im September. Auf seine im April verstorbene Vorgängerin Gailene Stock hält er große Stücke: «Ich habe Gailene eine Menge zu verdanken, besonders während meiner Zeit als Lehrer an der Royal Ballet School. Mit ihr kam damals viel...
Fahrende Gesellen sind sie alle. Gäbe es nicht diese Wanderschaft, die immer wieder neue Anstöße, neue Einsichten, neue Entwicklungen ermöglicht, wäre die Ballettgeschichte anders verlaufen. Wenn Reid Anderson den neuen Abend des Stuttgarter Balletts «Fahrende Gesellen» nennt, dann nicht allein deswegen, weil er damit auf ein Mahler-Ballett von Maurice Béjart...
