Hofesh Shechter
Außerirdische haben die Belegschaft des Jerwood Space gekidnappt. Es ist unheimlich still dort: Die Tür steht offen, niemand steht am Empfang, und die elegante Café-Lounge in Weiß und Chrom zeigt keine Spuren menschlichen Lebens. Neonstreifen in Pink reflektieren im Garten die Reglosigkeit des Wasserspiels und verleihen der Szenerie typische «Akte X»-Qualitäten. Ich rufe Hofesh Shechters Managerin auf ihrem Handy an, bekomme keine Antwort, setze mich erst mal an einen der Loungetische in der Hoffnung, dass irgendwann jemand auftauchen wird.
Ein paar Sekunden später steht Hofesh Shechter, der Choreograf, plötzlich vor mir, angekündigt nur durch ein leises Rascheln. Entweder berührt er den Boden nicht, oder er kann sich «beamen» wie bei Star Trek. Sein geisterhaftes Auftauchen ist beeindruckend. Seine Geräuschlosigkeit, wie sich in der nächsten Stunde zeigt, ist typisch für den 32-Jährigen.
Mit fünfzehneinhalb hatte er in Jerusalem seine erste Ballettstunde. Davor lernte er Volkstänze und Schlagzeug. Er tanzte bei Israels bester Kompanie Batsheva, reiste dann fünf Jahre lang quer durch Europa, blieb besonders lang in Deutschland und Frankreich. Im Jahr 2002 kam er mit einer Band nach ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Jan Fabres jüngstes Werk, «Orgy of Tolerance», beginnt mit einer brutalen Szene. Zwei Frauen und zwei Männer treten in altmodisch-weißer Männerunterwäsche auf, dazu tragen sie eine Kappe, schreiend bunte Socken und Lacklederschuhe. Es gibt keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern, weder in diesem demütigenden Kostüm noch bei dem, was jetzt auf sie zukommt.
Ein...
Carolyn Carlson, hat das Atelier de Paris eine Philosophie? Inspiration und Förderung des Tanzes durch den Einfluss von exzellenten Lehrern. Tanz basiert auf der Anwendung intelligenter körperlicher wie geistiger Werkzeuge. Mein Meister, Alwin Nikolaïs, hat Technik, Improvisation, Komposition gelehrt und uns regelrecht in seine...
Will ein Tänzer oder Choreograf nicht nur für einen Workshop, sondern dauerhaft in den USA arbeiten, vergibt die US-Regierung ein Visum speziell für Künstler: das O-1 für Extraordinary Aliens, für Fremde mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, das einer Green Card entspricht. Man muss «nur» beweisen, wie extraordinär man wirklich ist. Svea Schneider, eine deutsche...
