Ballett – und dann?

Judith Kuckart liest aus dem gleichnamigen Buch von Maja Langsdorff.

Tanz - Logo

«Die Welt des Tanzes zu verlassen, ist in gewisser Weise ein Tod», hieß es 1995 in Lausanne bei einem Symposium zur Umschulung von Tän­zern. Das Buch «Ballett – und dann?» von Maja Langsdorff ist deshalb ein Buch über das Leben nach dem Tod. Die Autorin (Jahrgang 1956) hat mehr als zwei Dutzend ehemalige Tänzer und Tänzerinnen interviewt und herausbekommen, was sie vielleicht schon erwartet hatte.

Bei allen Ess-Störungen, Gesundheits – und ­Altersproblemen, bei allen Karriere-Katastrophen, latenten Melancholien und berufsbedingten Unbedarftheiten gegenüber der Welt – wenigstens bei den Artigen –, sind Tänzer besondere Menschen. Tänzer ist man lebenslang. Also ist man lebenslang ein besonderer Mensch. Zu tanzen und getanzt zu haben, schafft eine Haltung gegenüber dem Leben, die keine andere Berufssparte mit den Tänzern teilt. Auch die der Musiker und Schauspieler nicht. Tänzer und Tänzerinnen seien offene und flexible Menschen, schreibt Maja Langsdorff, die an der Bayerischen Staatsoper München zur Tänzerin ausgebildet wurde und nach einem Verkehrsunfall sich umorientierte: Richtung Journalismus und Fotografie.
Durchlässigkeit, ein angeborener oder antrai­nierter Idealismus, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz März 2005
Rubrik: Workshop, Seite 72
von Judith Kuckart

Vergriffen
Weitere Beiträge
Cruelty to dancers

What's in “Igor‘s Room,“ (Igor being none other than Stravinsky), the new work by Konstantinos Rigos? The ans­wer is, two of his famous compositions, as part of a double-bill on Stravin­sky‘s music, both of which were first choreographed by the famous Nijinsky siblings: “Les Noces“ and “The Rites Of Spring.“ Bronislava excelled in 1923 with “Les Noces“ while her...

Klavier-Körper

Längst ist es an der Zeit, dass Cinderella Gerechtigkeit widerfährt .Und so wie Mikhail Pletnev und Martha Argerich an zwei Klavieren Prokofieff auf die Sprünge helfen, braucht es sich nicht weiter um sein Aschenbrödel-Dasein zu sorgen. Von pompösen Figurationen befreit, besser gesagt: auf das Eigentliche konzentriert, wird die Komposition so körperhaft, dass sich...

Die Wiederkehr des Schönen

Es war der französische Philosoph Denis Diderot, der im 18. Jahrhundert provokant formulierte, dass man ein Bauwerk erst zerstören müsse, um seine Schönheit zu sehen. Diderot meinte die Ruine, die in seiner Zeit zum Inbegriff der Ver­gänglichkeit, der Veränderung und Transformation, der gesellschaftlichen und kulturellen Revolution wurde. Beim Anblick antiker...