sidi larbi cherkaoui
Sein Pensum ist atemberaubend – jeder Tag voll mit Terminen, Proben, Verhandlungen, Telefonaten. Zumal seit feststeht, dass Sidi Larbi Cherkaoui neuer Leiter des krisengebeutelten Königlichen Balletts Flandern wird. Eigentlich müsste der Star aus Brüssel also schwer gestresst sein. Doch er ist Buddhist und sitzt noch am Tag vor der Premiere seines neuesten Stücks «Harbor Me» in einer Loge des Théâtre du Châtelet in Paris – und spielt Klavier, um sich zu entspannen.
Sidi Larbi Cherkaoui, Sie sind seit Jahren ständig auf Achse.
Unlängst haben Sie für das Stuttgarter Ballett den «Feuervogel» choreografiert, zuletzt als Associate Artist am Sadler’s Wells in London für die National Youth Dance Company einen Cocktail aus ihren eigenen Stücken «Babel(words)», «Puz/zle», «Loin» und «TeZukA» gemixt. Jetzt sind Sie hier, um mit dem L.A. Dance Project, kurz LADP, «Harbor Me» von Benjamin Millepied herauszubringen. Wie halten Sie das durch? Sie haben meine eigene Kompanie Eastman vergessen – die steht zur selben Zeit in Houston auf der Bühne! Es kommt eben oft alles auf einmal. Mit dem LADP habe ich zum ersten Mal eine Kompanie getroffen, die genauso nomadisch ist wie ich selbst. Die müssen ...
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Tanz Juli 2015
Rubrik: menschen, Seite 24
von Thomas Hahn
Wayne McGregor, Sie haben vor zwei Jahren mit «Raven Girl» zum ersten Mal eine «New Fairytale» vorgestellt, jetzt mit «Woolf Works» beim Royal Ballet Ihr erstes abendfüllendes Ballett konzipiert. Werden Sie erzählerischer? Ja, erzählerische Formen interessieren mich zunehmend, auch um mich danach wieder von ihnen abzustoßen, also ganz andere Parameter als Logik und...
Tänzer haben’s gerne warm. Das Training beginnt morgens in Beinwärmern, Stulpen, Socken, Overalls oder Sporthosen, in den Pausen wickelt man sich in Selbstgestricktes und zieht die dicken, gefütterten Dance Booties über die Füße. Zoulfia Choniiazowa dagegen betritt um neun Uhr morgens einen kleinen Raum, in dem minus 110 Grad herrschen, eine Temperatur, wie sie auf...
ist der Stoff, aus dem Theater gemacht wird. Der Autor begegnet einem Thema, die Choreografin einer Vorlage, der Tänzer einer Choreografie – bis zuletzt das Publikum auf eine Aufführung trifft. Jeder Entwicklungsschritt wird dokumentiert, auf Fotografien, in Filmen, für Archive. So verwandelt sich die Begegnung in Material, in eine Konserve, die das Lebendige des...
