Brüssel: «Mono»
«Mono» bleibt der Zuschauerin im Hirn stecken wie ein düsterer Traum: der Anblick einer Gruppe von Leuten in ihrem eigenen Kosmos. Was sie beschäftigt, ergründet man nicht, glaubt aber, nah dran zu sein an ihrer Logik, immerzu kurz vor der Erkenntnis. Die Bühne wird zu einem Zwischenraum, in dem sich etwas darbietet und zugleich entzieht, etwas, das nie deutbare Form wird. Das Albtraumhafte daran ist das Gefühl, dass das Leben im Grunde kaum anders läuft.
Thomas Hauert zeigte dieses starke «Mono» mit seiner belgischen Kompanie ZOO im Frankfurt LAB.
Dort hat er sich auch am Motion-Bank-Projekt der Forsythe Company beteiligt. Noch ist zu seinem Werk in der Online-Datenbank kaum etwas zu sehen. Es stelle auch nur «einen Krümel» seiner Arbeit dar, sagte er bei der öffentlichen Präsentation.
Die acht barfüßigen «Mono»-Tänzer erklären nichts. Treten auf, treten ab. Die Körperglieder werden hier und da aufgebogen, eingefaltet, gewendet. Zunächst langsam, im zähen Fluss folgt eins aus dem anderen. Ein Tänzer allein, dann ein Paar: Sie beziehen sich nur aufeinander. Ein Sonderkosmos, in dem sie sich winden, einander sachlich-praktisch berühren, einhaken, stützen. Ab und zu löst ein Tänzer ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz März 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 42
von Melanie Suchy
Mauro Bigonzettis im Herbst 2012 verkündeter Entschluss, die Künstlerische Leitung beim Aterballetto (ATB) aus den Händen zu geben, hat sich für alle Beteiligten als produktiver Schritt erwiesen: Bigonzetti wird frische kreative Kräfte schöpfen, und das ATB muss neue Herausforderungen suchen und sich um künstlerische Topqualität bemühen, will es seinen Status als...
cinesthetik________
kinoübertragungen
Internationales Ballettflair atmen, ohne ein Flugzeug zu besteigen? Die Kinoübertragung macht’s möglich. Inzwischen tun viele große Kompanien mit, aber was springt dabei für sie heraus?
Ob Bolshoi oder Pariser Oper, Het Nationale oder Royal Ballet: Seit sechs Jahren übertragen internationale Premiumkompanien ihre opulenten...
ausstellung_________
esprit montmartre
Tanzlokale und Varietés, Bordelle und Künstlerspelunken, dazwischen rustikale Ballhäuser, in denen sich schnieke Paare drehten: So schillernd zeigte sich das Pariser Vergnügungsviertel Montmartre zur Zeit der Belle Époque. Mag das Quartier um die Place Pigalle heute allenfalls zum biederen Junggesellenabschied taugen, so...
