cd des monats
Mozart nennt seine «Entführung aus dem Serail» ein «Singspiel». La Scintilla dei Fiati machen daraus ein «Hörspiel». Gäbe es einen Choreografen, der ihre Einspielung einem Ballett zugrunde legte: Müsste er es nicht konsequenterweise als ein «Tanzspiel» ausweisen? Opernballette gibt es ja zuhauf, und eins der umstrittensten war die «Zauberflöte», die Maurice Béjart erst in Brüssel, später auch in Stuttgart vorstellte – einfach deshalb, weil das Arrangement nicht authentisch ist.
Anders bei der «Entführung», die sich in der Musikaliensammlung der Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek Donaueschingen gefunden hat: in Form einer Bearbeitung, die seinerzeit ebenso Popularität wie Profit garantierte. Bedacht darauf, den Blasinstrumenten optimal zu genügen, ohne dass «dabey» etwas «von der Wirkung verloren geht», ist dem Komponisten hier das rare Kunst- und Kabinettstück gelungen: eine «Harmoniemusik» zu schaffen, die das Opernoriginal ahnen lässt und gleichzeitig ganz eigen klingt. Immer vorausgesetzt, man interpretiert sie so filigran, feinfühlig und frisch wie die neun Bläser des Zürcher Opernhauses. Sie beschwören auf ihren historischen Instrumenten nicht einfach nur den Zeitgeist ...
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Tanz November 2016
Rubrik: Medien, Seite 61
von Hartmut Regitz
Wo andere Choreografen sich nach 30 Jahren gerne wiederholen, da dringt Brigitta Luisa Merki immer tiefer ins Innere ihrer Kunst vor. In jedem neuen Programm mit ihrem Ensemble Flamencos en route setzt die Schweizerin den Flamenco in ein anderes Licht – hier leuchtet er in den dunklen Farben der spanischen Barockmalerei aus der Nacht heraus. Nach tanztheatralischen...
Es könnte ein Museum sein. Es hängen jedenfalls jede Menge Bilder an den Wänden, und in einem Nebenraum, anfangs noch von einer Plastikfolie verhängt, figuriert Hun-Mok Jung als lebensechtes Kunstwerk. Doch ganz hinten in einem Kabuff ist ein Sarg zu sehen, und hinter einer Glasscheibe scheint ein Aufnahmestudio eingerichtet, in dem gerade die letzten Atemzüge...
anastasia
Bis ins 20. Jahrhundert hinein praktizierten Psychiater mit Vorliebe auch Methoden wie Suggestion und Hypnose. Insofern hat die These etwas für sich, dass Berliner Nervenärzte ihrer Patientin Anna Anderson assistierten – bei der Verwandlung in Anastasia, Tochter des letzten Zaren. Seit 1922 behauptete die Frau, die man nach einem Selbstmordversuch aus dem...
