essen: stijn celis «undine»
Undine sehen heißt: Undine begehren – so will es der Mythos. Die Wassernymphe sei die Verführung schlechthin, weltfremd und wehrlos, schön und scheu. Beim Essener Aalto Ballett Theater trägt Undine Sonnenbrille und einen Hauch von Satin auf dem schneeweißen Körper. Ihre Arme schlagen Wellen, sie betupft sich die Achselhöhlen, trippelt glücksverzückt auf Spitze und stellt immer wieder ihr blankes Bein demonstrativ nach vorn aus, als wollte sie zeigen: nix Nixe, sondern ein schön geformtes Frauengliedmaß.
Die Undine der Essener Solistin Yoo-Jin Jang ist so hübsch, ihr Tanz darum auch nicht gerade eine todbringende Betörung. Trotzdem verfällt ihm plotgemäß der treulose Palemon. Marat Ourtaev führt ihn als tragikverliebten Softie vor, der gern die Hand grüblerisch an die Stirn presst und seine Verlobte Beatrice trotz spillrig-zartem Leib widerwillig in die Luft stemmt – mehr Last als Lust. Nur bei der erfrischenden Meerfrau vergisst er die Verlobte.
Ein duftig-verträumtes Spitzenschuh-Geschöpf war schon die Ur-Undine – eine Glanzrolle Margot Fonteyns. Damals hatte Frederick Ashton dem jungen, noch recht unbekannten Komponisten Hans Werner Henze quasi den Takt diktiert: Ashton ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Januar 2011
Rubrik: Kalender, Seite 32
von Nicole Strecker
Es gibt nicht viele Künstler vom Schlag dieses französischen Choreografen. Bei dem, was er zu sagen hat, denken wir nur: die viele Wut. Wir bewundern ihn sogar: Wie brillant er mit dieser Wut choreografisch umgeht, bis zum Schluss.
Wut heißt für Buffard, den acht Tänzern Bilder der Gewalt, der Zerstörung, des unkontrollierten Fanatismus abzuverlangen. Es sind aber...
...ist mit dem spanischen «Premio Nacional de Danza» geehrt worden. Das Kulturministerium zückt 30.000 Euro für die 50-Jährige, die vor 25 Jahren ihre Kompanie Mudances gründete; Mudances gehörte damals zu einem der ersten international tourenden Tanzensembles. Zuletzt gastierte sie bei der Frankfurter Buchmesse 2007 (Gastland Katalonien). Heute ist ihre...
Philipp J. Neumann erzählt von einem «antiken indischen Mönch» namens Lurek Singh und seinen Büchern voller Prophezeiungen. Kurz, knapp und überzeugend. Die «Prophezeiung 20/11» fasziniert: Die Götter würden den Menschen den Tieren wieder gleichstellen. Uraufgeführt zur «euro-scene Leipzig», schrieb die Presse derlei Blüten fleißig ab. Nur: Warum dividiert der...
