Die Kommunalkultur
Einst wurde mit großem Aufwand in Deutschland kommunale Kulturpolitik betrieben – man denke nur an Hilmar Hoffmann in Frankfurt am Main. Wer sonst sollte den Bürger auch mit Kultur versorgen? Das weite Land, der ferne Staat? Aber das effiziente Instrument ist zu einem ungeliebten Stiefkind verkommen. Seit die Stadtsäckel immer enger geschnürt werden, versuchen kommunale Finanzpolitiker unter dem Deckmantel sogenannter freiwilliger Aufgaben ihre Kultur aus den städtischen Haushalten am liebsten ganz zu verbannen.
Wie kam sie da auch nur hin? Schließlich ist selbst auf den Webseiten kleiner Kommunen der Begriff «Kultur» kaum zu finden. Entdeckt man einen Hinweis, führen die Links auf Veranstaltungshinweise örtlicher Vereine, zu Öffnungszeiten ehrenamtlich betriebener Heimatmuseen oder geben Aufführungsdaten ansässiger Seniorenlaienspielgruppen bekannt. Kultur für alle? Auf Seiten der etwas größeren Kommunen findet sich auch mal ein Hinweis auf Gastspiele von Tourneetheatern, die gängige Klassiker mit geringstmöglichem Aufwand zur Aufführung bringen. Für diese Kultur zuständig ist in kleinen Kommunen meist der Hauptamtsleiter, der zeitlich bereits mit der Bewältigung allgemeiner ...
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Acht Tänzer treten im Alltagskostüm auf die Bühne, entkleiden sich, als würde gleich ihre Yogaklasse beginnen. Halb nackt schmusen sie sich in rosafarbene Wolldecken, die sie von einem sauber aufgeschichteten Stapel nehmen. Geigensaiten kratzen Grunzgeräusche, Blicke treffen sich und erzeugen Paarbildungen. Man beschnuppert sich auf leerer Bühne wie erste Menschen...
«Ich werde ein paar Tage in Athen sein, ich habe ein wenig Zeit, lass uns treffen!», sagte ein deutscher Freund, der unsere Hauptstadt nach langer Zeit wieder besuchen wollte.
«Gern», sagte ich, «wo willst Du mich treffen?»
«Lass uns in das Café gehen, in dem wir früher oft waren.»
«Ja, warum nicht», sagte ich, hatte ihn aber unterbrochen.
«Gibt es das noch?», hörte...
«Grauenvoll, schrecklich, un-er-träg-lich!» Empört verlässt die Zuschauerin das Opernhaus in Düsseldorf. Einen Studenten, der ihr einen Werbeflyer für ein Konzert entgegenstreckt, blafft sie an: «Hoffentlich muss man da nicht so schreckliche Musik hören wie hier. Mir tun jetzt noch die Ohren weh.» An der U-Bahn-Haltestelle trifft sie auf eine andere...
