Sutra
Der belgische Choreograf Sidi Larbi Cherkaoui und der britische Bildhauer Antony Gormley arbeiteten (mit Akram Khan) bereits an «Zero Degrees» sehr erfolgreich zusammen. Für ihr neuestes Stück liefert der junge polnische Komponist Szymon Brzóska die Live-Musik, und Cherkaoui erfüllt sich einen lang gehegten Traum: mit den Mönchen des Shaolintempels in China zu arbeiten. «Sutra» ist das Ergebnis. Das Wort aus der Pali-Sprache leitet sich von «sutta» ab, das die Predigten Buddhas bezeichnet.
Gemäß einer allgemeiner gefassten Bedeutung meint es die Regeln und Aphorismen für ein richtig geführtes Leben. Im Sanskrit wiederum bedeutet es «Faden», «Schnur» oder auch das «richtige Maß der Dinge». Ähnlich der muslimischen Scharia legen die hinduistischen Sutras die Richtlinien für eine vernünftige Lebensführung fest.
Im ersten Bild sind der Meister und sein junger Schüler auf der Bühne zu sehen. Sie sitzen auf einem Sockel aus Aluminium, in ein Brettspiel vertieft. Mit seinen kleinen Holzsteinen erinnert es an Schach. An drei Seiten mit grauer Gaze verhängt, wird die Bühne zur geschlossenen Kiste. Quer über den Bühnenraum zieht sich eine niedrige Holzwand. Sie besteht aus Holzkisten, ...
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«Matter», schreibst Du, ist ein Stück über weibliche Identität. Ohne Männer oder Interaktion? Woraus, wenn nicht aus der Abgrenzung, entsteht die Identität? Über den tanzenden Körper. Obwohl jede für sich tanzt, lassen wir die anderen übrigens nie allein auf der Bühne. Was an Bildern entsteht, entsteht also in der Addition, nicht der Abgrenzung. Ich sehe bei diesem...
