der hans

Drei Premieren binnen eines Monats – unterwegs mit Johann «Stressnik» Kresnik nach Nürnberg, Cottbus, Darmstadt und zurück in die Zukunft zu den Utopien des Tanztheaters.

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Neulich in Cottbus, im schönsten deutschen Jugendstiltheater. Im Fo­yer gibt’s Häppchen gratis zum 225. Geburtstag von Fürst Pückler, dem Tourismusheiligen der Niederlausitz, flacher deutscher Osten. In der Kantine sitzen der Choreograf Johann Kresnik und der Schriftsteller Christoph Klimke. Die Premiere läuft: «Fürst Pücklers Utopia». Kresnik bekommt eine Flasche «Rotkäppchen»-Sekt geschenkt («Ja weiß denn keiner, dass ich keinen Sekt trinke»). Der Kommunist im Theaterkeller hat den Provinzadel im Hochparterre inszeniert.

Klimkes Libretto porträtiert den Fürsten Pückler, der berühmte Gärten in Bad Muskau, Potsdam und in Cottbus-Branitz anlegte. Lieber aber tat Pückler es seinen Zeitgenossen nach, Johann Wolfgang von Goethe oder Alexander von Humboldt: viel reisen, viel schreiben, viel lieben.

Kresnik, den jeder Hans nennt, kommt wie immer nahezu gepäcklos, als Wundenmacher und Wundenheiler, mit einem Charme, der selbst aus kleinen Theatern die große Welt macht. In der Kantine sammeln sich die Freunde um den gebürtigen Kärntner, alt wie er, nur gebrechlicher als der virile Kresnik. Am 12. Dezember wird er 71 Jahre alt, der Bub.

Oben zuckt das Premierenpublikum immer dann zusammen, ...

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Tanz Dezember 2010
Rubrik: menschen, Seite 12
von Arnd Wesemann

Vergriffen
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