Ballet Jeunesse

verjüngt die Klassiker: Wir schenken Ihnen die CD – DVD: «Renate wandert aus» von Pina Bausch – «Tanz und Text» in einem Buch – Tanzkrimi mit Flamenco-Flair – «Bound» für die Spielkonsole – Clip des Monats: «Smoke-Clad Warrior»

Tanz - Logo

auf dvd

renate wandert aus

Das Stück fällt in jeder Hinsicht aus dem Rahmen. Ungewöhnlich für Pina Bausch, hatte es schon vor der Premiere seinen Titel, und im Programmheft fand sich der Comic, der jetzt die DVD-Doku ziert. «Renate wandert aus» wird als «Operette» bezeichnet, und Mantovani lässt darin gleich anfangs die Liebe so erschallen, als ob der Himmel immer voller Geigen hinge. Aber nicht alle Männer sind Engel, auch wenn es hier den Anschein hat.

Und auch auf der Insel der Glückseligen kommt der eine oder die andere schon mal heftig zu Fall – gebaut hat das mit weißen Styroporfelsen gesäumte Eiland der Bühnenbildner Rolf Borzik.

Wenige Jahre zuvor am Wuppertaler Opernhaus uraufgeführt, lässt die Aufzeichnung von 1985 den Charme und das Charisma dieses Wunderwerks nicht zuletzt deshalb ahnen, weil Pina Bausch und Herbert Rach als Regisseure dem Blick eines einzigen Zuschauers folgen. Nur so können die Tollheiten, Turbulenzen und Techtelmechtel des Stücks so unmittelbar zur Geltung kommen, als hätte Pina Bausch diese Hommage à Hollywood erst gestern choreografiert. Ebenso geschmackvoll wie gewissenhaft von Rudolf Rach ediert, gibt es nicht den geringsten Grund, den Vertrieb ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Oktober 2016
Rubrik: Medien, Seite 60
von

Weitere Beiträge
Neuchâtel On Tour: «Celui qui tombe»

In Angelin Preljocajs Meisterwerk «Le Parc» gibt es einen magischen Moment: Eine Tänzerin tritt sacht auf ihr männliches Gegenüber zu, legt ihm die Hände in den Nacken – und der Tänzer beginnt sich zu drehen, schnell und immer schneller, bis die Auftriebskraft die Frau in ein Wesen verwandelt, das horizontal in der Luft zu schweben scheint. Yoann Bourgeois’ «Celui...

Das Gestern erahnen

Ende letzter Spielzeit haben Sie in Stuttgart für Gauthier Dance ein abendfüllendes Nijinsky-Ballett erarbeitet. Und auch in der neuen Spielzeit beschäftigen Sie sich nicht eben zufällig wieder mit Ballettgeschichte: Sie choreografieren Strawinskys «Petruschka» für das Ballett Zürich. Wie kommt es zu dieser Auseinandersetzung mit der Vergangenheit? Wurde das von...

Rom: «Relative Collider»

Minimal Art ist nicht tot. Minimal Art macht weiter. Von Lisbeth Gruwez gibt es ein Meisterwerk dieses Genres, «AH/HA», das genauso beginnt wie dieser «Relative Collider» von Liz Santoro und Pierre Godard. Bei Gruwez wippt am Anfang nur das rechte Knie zum Knarzen einer Sprungfedermatratze. Aus diesem Wenigen folgen Wunder (tanz 10/14). Liz Santoros Gesellenstück...