Outlanders
Antje Pfundtner, Sie arbeiten sonst eher biografisch orientiert, das Living Dance Studio dagegen dokumentarisch und konkret bezogen auf die chinesische Lebensrealität. Wie haben Sie und Wen Hui zu gemeinsamen Fragestellungen gefunden? Anknüpfend an ein Stück über die Flucht chinesischer Landarbeiter in die Stadt, «Dancing with Farm Workers», wollte Wen Hui ursprünglich das Thema weiterführen, aber es war mir fremd. Genau das interessierte Wen Hui – dieses «Fremdsein».
Wir sind als Künstler ständig unterwegs und an Orten, wo nicht mal der eigene Name ausgesprochen werden kann. Mein Name, Pfundtner: Wie soll das ein Chinese auch aussprechen? In China bin ich eine Fremde, und so haben wir uns gegenseitig Fragen gestellt, denn die Stücke des Living Dance Studio basieren ja auf Interviews und Recherchen.
Nun ist die Tanzszene ohnehin international und offener, aber gibt es Unterschiede in der Ästhetik und künstlerischen Arbeitsweise zwischen China und Deutschland? Es gibt viele Gemeinsamkeiten. Wen Hui hat lange im Ausland gelebt und gearbeitet, ehe sie 1994 das Living Dance Studio gründete. Aber die Unterschiede zu Tänzern, die da geblieben sind, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
John Neumeier nannte seine Choreografie 1984 «Mozart 338». Kevin O’Day betitelt seine Mozart-Interpretation «Concerto 622». Beide verbündeten sich mit renommierten Modemacherinnen: Jil Sander entwarf für das Hamburg Ballett knallige Kostüme, Dorothee Schumacher nun kreiert für die Damen des Ensembles: überaus dezent und trotz gelegentlichem Glamour von erlesenem...
Schwarze Luftballons ringsum. Wer im Kanuti Gildi Saal in Tallinn seinen Platz erreichen will, muss sich einen Weg erkämpfen. Doch Vorsicht: einmal danebengetreten, zerplatzt nicht bloß ein Traum. «I know what you think» ist auf einem Exemplar zu lesen. Ein Knall, und es ist in Nichts aufgelöst.
Christina Ciupke und Mart Kangro lassen sich Zeit. Sie tasten sich ab –...
Kurt Jooss geriet zusammen mit Sigurd Leeder 1934 auf der Flucht vor Hitler in diese zauberhafte Landschaft südwestlich von London: nach Dartington, wo Leonard und Dorothy Elmhirst die Utopie einer von Kunst und Demokratie bestimmten Gesellschaft leben wollten.
Die weltläufigen Stifter nahmen die beiden im küstennahen Hügelland so auf wie auch Rudolf Laban, Birgit...
