newcomer: Anne Nguyen
Sie absolvierte ein Universitätsstudium, schreibt Gedichte, veröffentlicht theoretische Texte über Hip-Hop und ist Tanzredakteurin des Hip-Hop-Magazins «Graff it!». Kopflastig? Wohl kaum. Einfach nur ausgewogen. Anne Nguyen gewann mehrfach die «Battle of The Year», war Weltmeisterin im Breakdance. Choreografische Erfahrung sammelte sie mit Black Blanc Beur und Rêvolution, auch mit Faustin Linyekula und Salia nï Seydou.
Mit ihren eigenen Bühnenstücken zeigt Anne Nguyen, wie geschickt Frauen diese Männersparte aufmischen können, und gibt den powermoves ein völlig neues Gesicht – mit einer Methode, die sehr männlich konnotiert ist, indem sie nämlich die Suite der Bewegungen auseinanderschraubt und neu zusammensetzt. Da gibt es keine Kreise mehr, sondern gerade Strecken, rechte Winkel und unterbrochene Bahnen. So entsteht ein lockeres, spielerisches Baukastensystem, eine «gebreakte» Kontaktimprovisation, die das natürliche Ordnungsprinzip des Körpers auflöst, wie bei Pablo Picasso. Anne Nguyen wendet das Prinzip auf das Spiel der Beine an. Paradox ist, dass es bei ihr dann doch wieder ganz natürlich aussieht. Gerade stellte sie mit dem Duett «Yonder Woman» ihr viertes Stück vor, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Vor zwei Jahren stellte Mauro Bigonzetti in der Berliner Lindenoper seinen «Caravaggio» vor, ein Bilderballett, das den Meister des sogenannten Chiaroscuro aus dem Dunkel der Geschichte herausleuchten sollte: kein Meisterwerk, aber doch ein brauchbares Lebensbild, das jetzt auf DVD vorliegt. Von Andreas Morell aufgezeichnet, macht die Edition das zweiaktige Stück...
Im Sommer 2001 hat der damalige Generalintendant René Serge Mund seine Ballettdirektorin vor die Tür gesetzt und damit nur seinen eigenen Rauswurf beschleunigt. Silvana Schröder, zuvor vier Jahre lang Solistin im Ballettensemble der Bühnen der Stadt Gera, verklagte ihren Chef und bekam vor dem Bühnenschiedsgericht Recht. Inzwischen hat am Theater Altenburg-Gera...
In Istanbul gewann die Produktion «E.I.O.» des rumänisch-bosnischen Künstlerkollektivs Maria Baroncea, Eduard Gabia und Dragana Bulut den mit 10.000 Euro dotierten «Prix Jardin d’Europe», weil sie «den Sinn von Produktion […] und den Wert von Kunst infrage stellt». Künstlerische Residenzen gingen an Fabián Barba für «A Mary Wigman Dance Evening» und an das...
