köln: Angelin Preljocaj: «Les nuits»
Er zeigt sich in jüngster Zeit stark engagiert, choreografisch wie gesellschaftlich. Geht selbst auf die Bühne, um den «Seiltänzer» von Jean Genet zu interpretieren. Mischt das Bolshoi auf, indem er es mit «Tausend Jahre Frieden» agitiert. Setzt sich in «Ce que j’appelle oubli» (Was ich Vergessen nenne) mit Gewalt und sozialer Diskriminierung auseinander. Und nimmt jetzt Bezug auf die Geschichten aus «Tausendundeiner Nacht», ohne deren Anzahl zu beziffern: «Les nuits» heißt sein jüngster Coup.
Auch dieser Stoff birgt Zündstoff, versucht in Ägypten doch derzeit die Muslim-Bruderschaft, den Scheherazade-Klassiker als unislamisch-dekadent zu verbieten.
Die Tanzwelt aber erwartet von Angelin Preljocaj schon lange nichts anderes mehr, als dass er seinem Kassenschlager «Schneewittchen» natürlich einen zweiten folgen lässt. Für die nächsten zwölf Monate ist das Stück praktisch ausgebucht. Das Staatsballett Berlin hat «Les nuits» (wie schon zuvor «Blanche Neige») koproduziert und wird das Ballett am 1. Februar 2014 unter dem Titel «The Nights» in der Deutschen Oper vorstellen, nach «Tausendundeine Nacht», wie es in einem sehr erklärenden Zusatz heißt.
Was sehen wir? Engagement oder ...
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Tanz Juni 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 38
von Thomas Hahn
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