Schön in Shanghai
Das Shanghai Grand Theatre. Das strahlend weiße Gebäude am Platz des Volkes sieht aus, als würde eine gewaltige Reisschüssel einen Suppenteller vergewaltigen. Modern, klar, peinlich hell wie der Ballettsaal im fünften Stock. Fünfzehn Tänzer des Jin Xing Dance Theatre, die einzige moderne Kompanie Shanghais, haben sich ins Musicalhaus eingemietet. Das kostet Geld. Nur das Zweitbeste wäre, beamtet zu sein wie das Shanghai Ballet fürs klassische Repertoire. Oder die Opera Dance Company für die Operneinlagen. Oder das Song + Dance Ensemble für chinesische Tanztraditionen.
Die staatliche Tanzschule erhält seit Anfang des Jahres keine Subventionen mehr. Sie soll als Privatschule aus den Strukturen und Protektionen der Armee heraustreten. In die Freiheit. Denn 13,5 Millionen Einwohner, dazu 6,5 Millionen «Wanderarbeiter», also Besitzlose, misstrauen ihren tanzenden Beamten. Wie bei uns.
Im Café Visage in der französischen Konzession, alte Häuser, ein lieblos gepflanzter chinesischer Garten, dafür feinste Patisserie, Billardtisch und Opiumbetten. Kolonialstil. Hier loungen die Theaterleiter. Die Direktorin des privaten YiFu-Theaters (ihre klassische chinesische Kun-Oper besetzt auch die ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
This is the final part of a trilogy called “The Animal Nearly Mad – On Mutation,” following the solo “Bacon-punizione per il ribelle” (1999) and the all-female “Hello Kitty! In A Manga Mood” (2002), created by the 46-year-old Roman choreographer on the theme of his personal obsession: endless adolescence.
This new piece, premiered in Teatro Comunale di Ferrara in...
Sie sind offenbar nichts Besonderes im Iran, die kleinen, konisch zulaufenden Zelte, die überall, in Städten, neben Straßen, am Strand aufgeschlagen werden und gleichermaßen als Zuhause, als Freizeit-Oase und weibliches Séparée dienen. Auf den großformatigen Bildern, mit denen das Stück beginnt, sehen ihre Binnenräume weit aus, mehr Vision als Wirklichkeit. In...
Es war der französische Philosoph Denis Diderot, der im 18. Jahrhundert provokant formulierte, dass man ein Bauwerk erst zerstören müsse, um seine Schönheit zu sehen. Diderot meinte die Ruine, die in seiner Zeit zum Inbegriff der Vergänglichkeit, der Veränderung und Transformation, der gesellschaftlichen und kulturellen Revolution wurde. Beim Anblick antiker...
