Wir sind alle Alice
Das wird die große Leistung Giorgio Madias in Wien bleiben: In nicht einmal zwei Spielzeiten hat der gebürtige Milanese an der Volksoper ein eindrucksvolles Ensemble aufgebaut, das auf klassischer Basis zeitgemäßes Ballett tanzt. Auch wenn der mit choreografischen Ambitionen veranlagte Ballettchef es nicht gern hört: Er ist vor allem ein hervorragender Maître de ballet. Zu seiner letzten Premiere an der Volksoper, der 90-minütigen Show «Alice» nach Lewis Carrolls «Alice In Wonderland», zeigte er die schönsten Beine der Stadt.
Auch sonst stellt der Ballettdirektor seine Tänzer zur Schau. Die Physis wird nicht nur in den akrobatisch-architektonischen Leistungen, sondern auch mit knapp geschnittenen Kostümen betont. Das wirkt etwas frivolund würde bei einer Spur mehr Glitzer auch in ein erstklassiges Varieté passen.
Die Oberfläche ist picobello und das führt zu reizvollen Momenten. Giorgio Madia trieb seine Ausstatterin, Cordelia Matthes, dazu an, es bühnentechnisch recht intensiv Alice gleich zu tun. Da springt das sexy Girl mit Pagenfrisur im kurzen Röckchen dem nur einbeinig behosten Hasen in die Tiefe nach, trifft auf der Drehbühne aufs wundersame Raupentier und wird mit ...
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